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Haus & Grund Kiel warnt vor Vertrauensverlust durch vertagte Entscheidung im Wohnungsbau

Die Ratsversammlung der Landeshauptstadt Kiel hat die Entscheidung zur Aufweichung der Sozialwohnungsquote kurzfristig vertagt und damit ein wohnungspolitisch zentrales Signal auf unbestimmte Zeit verschoben.

Haus & Grund Kiel kritisiert die Vertagung ausdrücklich. Zwar sei die geplante Lockerung der bislang starren Quotenregel grundsätzlich richtig und überfällig, das erneute Zögern sende jedoch ein problematisches Signal an Bauherren und Investoren. Gerade angesichts knapper Fördermittel brauche es jetzt klare und verlässliche Entscheidungen.

„Die Korrektur der bisherigen Quote ist ein notwendiger Schritt, um Neubauprojekte in Kiel überhaupt wieder möglich zu machen“, sagt Sönke Bergemann, Geschäftsführer von Haus & Grund Kiel. „Wenn politisch erkannte Lösungen dann aus taktischen Gründen vertagt werden, entsteht neue Unsicherheit – und die ist Gift für jedes Bauvorhaben.“

Nach zwei erfolglosen Förderanträgen auf sozialen Wohnungsbau auf zusätzliche Quoten zu verzichten, trage der Realität Rechnung. Die Landesmittel reichten trotz Aufstockung nicht aus, um alle Projekte zu bedienen. Starre Vorgaben hätten in der Vergangenheit dazu geführt, dass selbst frei finanzierter Wohnungsbau ins Stocken geraten sei.

„Investoren brauchen Planungssicherheit und keine ständig wechselnden Rahmenbedingungen“, so Bergemann weiter. „Wer den dringend benötigten Wohnungsbau will, muss Entscheidungen auch treffen – und zwar rechtzeitig.“

Haus & Grund Kiel appelliert daher an die Ratsversammlung, die angekündigte Entscheidung im Februar zügig und verbindlich herbeizuführen. Verlässlichkeit und Pragmatismus seien zentrale Voraussetzungen, um Vertrauen zu sichern und neuen Wohnraum in Kiel zu schaffen.