POL-HL: Lübeck/St. Jürgen / Orangene Bank vor dem Behördenhochhaus – Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Lübeck (ots) –
Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Am 08.03.2026 ist Internationaler Frauentag. Das Autonome Frauenhaus und der Verein Aufschwung übergaben bereits am Donnerstagnachmittag eine besondere Bank an die Polizei in Lübeck. Mit der Bank wird ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen an prominenter Stelle vor dem Behördenhaushaus gesetzt.
Der Internationale Frauentag macht weltweit auf Frauenrechte, Gleichstellung der Geschlechter, bestehende Diskriminierungen und ein selbstbestimmtes Leben ohne Androhung von Gewalt aufmerksam. Mit der Aufstellung einer Bank vor dem Behördenhochhaus in der Possehlstraße setzten die Polizei und das Autonome Frauenhaus ein Zeichen, dass Gewalt gegen Frauen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben darf und bieten gleichzeitige einen Ort zum Innehalten. Gewalt ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem.
Das Autonome Frauenhaus und die örtlichen Netzwerkpartner auf der einen und Polizei auf der anderen Seite sind Ansprechpartner für alle Betroffenen. Sie laden ein, auf der orangenen Bank Platz zu nehmen und ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen. Das Aufstellen der Bank in Kooperation der beiden Institutionen Polizei und Autonomes Frauenhaus wurde durch die Unterstützung des Vereins Aufschwung e.V. ermöglicht, der die Anschaffung der Bank finanziert hat.
Die kürzlich veröffentlichte Dunkelfeldstudie des Bundeskriminalamtes, des Bundesministeriums des Inneren sowie des Bundesministeriums für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend „Lebenssituation Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)“ zeigte eine signifikant höhere Betroffenheit von Frauen als Opfer von körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt. Trotz der Vielzahl von Gewalterfahrungen wird bei weniger als 5% aller Fälle eine Anzeige erstattet. Die Dunkelziffer bei Gewalt- und Sexualdelikten ist dementsprechend sehr hoch. Gewalt kann in unterschiedlicher Form auftreten, wie zum Beispiel wiederholte Demütigungen, Beleidigungen, Bedrohungen, Isolation und Kontrolle der betroffenen Frau, Sachbeschädigungen, sexuelle Gewalt oder Körperverletzungen bis hin zu Tötungsdelikten.
Die Polizei nimmt jeden angezeigten Fall von Gewalt gegen Frauen ernst. Auf allen Dienststellen der Schutzpolizei und bei der Kriminalpolizei nehmen sich besonders qualifizierte Sachbearbeitende den Opfern von häuslicher Gewalt an.
Aufgabe der Polizei ist sowohl die konsequente Strafverfolgung als auch die Gefahrenabwehr. Dazu gibt es verschiedene Maßnahmen wie die Wegweisung oder ein Kontakt- und Näherungsverbot. Ein breit aufgestelltes Hilfenetzwerk sorgt für bestmöglichen Opferschutz und eine frühzeitige Inverantwortungnahme der Tatverdächtigen für ihre Taten. Dies wird durch die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Netzwerk, zu dem auch das Autonome Frauenhaus zählt, erreicht.
Geben und Nehmen, das diesjährige Motto des Internationalen Frauentages hebt die Kraft gemeinsamer Zusammenarbeit hervor, um die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern.
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