POL-HL: Polizeidirektion Lübeck / Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2025 für die Bereiche der Hansestadt Lübeck und den Kreis Ostholstein
Lübeck (ots) –
Nach der Veröffentlichung der landesweiten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 am 12.03.2026 folgt nun die PKS für die Polizeidirektion Lübeck. Diese beinhaltet die Auswertung für die Hansestadt Lübeck und den Kreis Ostholstein. In der gesamten Polizeidirektion Lübeck wurden 31.379 Straftaten registriert, was einem Rückgang von 6,13% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Polizei hat 12.176 Tatverdächtige ermittelt und liegt mit einer Aufklärungsquote von 56,7% im Landesschnitt.
Diese Parameter weisen auf eine positive Entwicklung und eine stabile bis verbesserte Sicherheitslage hin. Besondere Veränderungen haben sich in den Deliktsbereichen der Eigentumsdelikte, der Sexualdelikte und der Messerangriffe ergeben. Im Folgenden werden diese und weitere Entwicklungen näher erläutert.
Die Delikte verteilen sich wie folgt: Die meisten Straftaten waren Diebstähle, gefolgt von Rohheitsdelikten. Vermögens- und Fälschungsdelikte rangieren an dritter Stelle. Sexualdelikte machten in Lübeck insgesamt 1,73% und in Ostholstein 1,94% aus.
In der Hansestadt Lübeck gab es einen Rückgang der registrierten Straftaten um 5,35%. Die insgesamt 19.871 Straftaten stellen einen neuen Tiefstand über die 10 letzten Jahre dar. Wie bereits im Vorjahr weist Lübeck im Vergleich zu den anderen kreisfreien Städten in Schleswig-Holstein weiterhin das zweitniedrigste Risiko auf, Opfer einer Straftat zu werden. Für den Kreis Ostholstein wurden 11.508 Straftaten registriert, was einem Rückgang von 7,45% entspricht.
Eigentumsdelikte
Insgesamt sind die Diebstahlsdelikte in der Polizeidirektion Lübeck rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahr ist in Lübeck ein Rückgang der Eigentumsdelikte um 9,14 % und in Ostholstein um 7,5 % zu verzeichnen.
Auffällig ist jedoch ein Anstieg beim Diebstahl und unbefugten Gebrauch von Kraftwagen. So wurde in der Hansestadt Lübeck ein Anstieg auf 68 Taten registriert. Trotz dieses Anstiegs liegt die Zahl der Anzeigen deutlich unter dem langjährigen Median von 79 Fällen. Die Aufklärungsquote beläuft sich auf 27,9 %.
Im Kreis Ostholstein wurde eine Zunahme der Diebstähle und unbefugten Ingebrauchnahmen auf 52 Taten festgestellt. Davon blieb es in 9 Fällen beim Versuch. Mit einem Median von 51 Fällen in den letzten 10 Jahren befinden sich die 52 Taten auf mittlerem Niveau. Die Aufklärungsquote liegt bei 44,2%.
Im Hinblick auf die Anzahl der Wohnungseinbruchdiebstähle gibt es positive Entwicklungen. In der gesamten Polizeidirektion ist ein signifikanter Rückgang der Zahlen zu verzeichnen. In Lübeck wurde ein Rückgang um 46,8 % und in Ostholstein um 20,53 % registriert. Zudem blieb es jeweils bei mehr als der Hälfte der Fälle bei einem Versuch. Als mögliche Erklärungen für den Rückgang sind wirksame Präventionsmaßnahmen, verbesserte Sicherheitstechnik und die verstärkte internationale Zusammenarbeit zu nennen. Diese Entwicklung ist besonders positiv hervorzuheben, da mit dem Rückgang von Wohnungseinbruchdiebstählen eine unmittelbare positive Wirkung auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung einhergeht.
Rohheitsdelikte
Unter dem Begriff Rohheitsdelikte werden Raub- und Körpverletzungsdelikte zusammengefasst. In Ostholstein und Lübeck sind die registrierten Taten leicht rückläufig.
In Lübeck wurde mit 4037 Fällen ein Rückgang um 3,84% verzeichnet und in Ostholstein gingen die Zahlen um 4,5% auf 2101 Taten zurück.
Vermögens- und Fälschungsdelikte
In der Polizeidirektion Lübeck wurde eine Zunahme von 3,69% bei Betrugsdelikten registriert.
Obwohl in Lübeck ein Anstieg der Vermögens- und Fälschungsdelikte um 6,27 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet wurde, liegt dieser Wert immer noch auf dem zweitniedrigsten Niveau der letzten zehn Jahre. In Lübeck ist ein deutlicher Rückgang des Tankbetrugs um 48,6 % festzustellen, während die Gesamtzahl der Betrugstaten um 12,58 % gestiegen ist.
In Ostholstein zeichnet sich eine gegenläufige Entwicklung ab. In diesem Bereich wurde ein Rückgang der Vermögens- und Fälschungsdelikte um 5,55% ausgewiesen. Die Polizei registrierte einen Anstieg beim Tankbetrug um 29,73% auf insgesamt 96 Fälle. Bei den Betrugsdelikten insgesamt wurde dennoch ein Rückgang um 7,01% verzeichnet.
Sexualdelikte
In Lübeck stieg die Zahl der angezeigten Sexualdelikte von 284 auf 344, davon handelte es sich in 44 Fällen um schwere Sexualdelikte. In Ostholstein gab es dagegen einen leichten Rückgang um drei Fälle der Sexualdelikte insgesamt auf 223 Taten. Bei den schweren Sexualdelikten wurde dagegen ein Anstieg von 30 auf 48 Fälle verzeichnet.
Sowohl in Lübeck als auch in Ostholstein liegt die Aufklärungsquote bei schweren Sexualdelikten bei über 90%. Die hohe Aufklärungsquote hängt vor allem damit zusammen, dass sexualisierte Gewalt in der Regel im privaten Bereich zwischen miteinander bekannten Personen stattfindet. Es sind daher keine Anzeichen für eine Beeinträchtigung der Sicherheit im öffentlichen Raum erkennbar.
Bei der Betrachtung ausgewählter Delikte zeigt sich, dass es in der Hansestadt Lübeck eine überproportionale Erhöhung bei sexueller Belästigung und in Lübeck und Ostholstein bei sexueller Nötigung und Vergewaltigung gibt.
Ein bedeutender Erklärungsfaktor für die Zunahme an Anzeigen sexueller Übergriffe ist die Aufhellung des Dunkelfelds, das in diesem Deliktsbereich bedingt durch Angst oder Scham besonders hoch ist (siehe LESUBIA). Eine geringfügige Erhöhung der Anzeigebereitschaft durch zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit, mediale Berichterstattung und den Ausbau der Opferhilfe könnte spürbare Effekte im Hellfeld zur Folge haben.
Zudem stellt häusliche Gewalt einen bedeutenden Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit dar. Im Rahmen der intensivierten Sachbearbeitung berichteten Opfer von häuslicher Gewalt in Ostholstein und Lübeck mitunter von Sexualdelikten. Diese Anzeigen erklären bereits einen beträchtlichen Teil der Erhöhung.
Bei der Interpretation der statistischen Ergebnisse ist daher wichtig, zwischen veränderten Melde- und Erfassungsmechanismen und tatsächlichen Veränderungen in der Fallhäufigkeit zu unterscheiden. Relevante Veränderungen bezüglich der Verteilung des Geschlechts, der Täter-Opfer-Beziehung oder der Aufklärungsquote konnten nicht beobachtet werden.
Häusliche Gewalt
In Bezug auf die angezeigten Straftaten, die der häuslichen Gewalt zuzurechnen sind, ist zu berücksichtigen, dass die Delikte im privaten Lebensbereich stattfinden und daher von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist.
Lübeck weist landesweit die höchsten Zahlen hinsichtlich der Partnerschaftsgewalt auf. Im Jahr 2025 registrierte die Polizeidirektion Lübeck mit 753 Opfern von Partnerschaftsgewalt 26 mehr als im Vorjahr. Am häufigsten betroffen sind ehemalige Lebenspartner, gefolgt von nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Mit 20,4% treten die wenigsten angezeigten Fälle in Ehen auf. Im Bezug auf familiäre Gewalt sind die Zahlen in Lübeck rückläufig (-21 Opfer) und entwickeln sich damit entgegen des Anstiegs, der im Land zu verzeichnen ist.
Ebenfalls entgegen des Landestrends konnten in Ostholstein sinkende Zahlen für die Partnerschaftsgewalt registriert werden. Bei der familiären Gewalt ist keine Veränderung zum Vorjahr zu erkennen. In den Jahren 2024 und 2025 kam es jeweils zu 223 Opfern.
Gewalt gegen Polizeibeamte
Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass der Widerstand gegen und der tätliche Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen den bedeutendsten Anteil an Gewalt gegen Polizeibeamte ausmachen.
Im Jahr 2025 wurden in Lübeck 215 Fälle registriert, was einem Rückgang von 2,24 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Insgesamt wurden 65 Polizeibeamte nach einem Widerstand oder einem tätlichen Angriff verletzt. In einem Fall erlitt ein Polizeibeamter schwere Verletzungen.
In Ostholstein ist ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten. Im Jahr 2024 wurden 72 Straftaten registriert, während im Jahr 2025 87 Fälle verzeichnet wurden. Bei den Taten wurden insgesamt 36 Polizeibeamte verletzt, einer davon schwer.
Ein Erklärungsfaktor für das Auftreten von Widerständen und tätlichen Angriffen könnte eine durch Alkoholkonsum reduzierte Hemmschwelle sein. In über der Hälfte der Fälle standen die Tatverdächtigen zum Tatzeitpunkt unter dem Einfluss von Alkohol (HL: 61,9%, OH: 73,03%).
Messerangriffe
Entgegen den Ergebnissen der Landesstatistik ist in der Polizeidirektion Lübeck im vergangenen Jahr nach einem langjährigen Anstieg die Anzahl der registrierten Messerangriffe rückläufig.
In der Mehrheit der Fälle blieb es in Lübeck bei Messerangriffen bei einer Bedrohung (72,65%). In 24,79% der Fälle kam es zu einer Tatausführung mit einem Messer. In Lübeck zeigt sich der Rückgang mit 22% weniger Fällen (117) im Vergleich zum Vorjahr bei einer Aufklärungsquote von 84,62%. In Ostholstein gab es einen Rückgang der angezeigten Messerangriffe um 8,7% auf 63 Fälle. Hier lag die Aufklärungsquote bei über 90%.
Festzuhalten bleibt, dass es sich bei den Angreifern in der Regel um den Opfern bekannte Personen handelt. Dadurch kann die Polizei innerhalb kurzer Zeit den Großteil der der Tatverdächtigen identifizieren.
Das neu eingeführte Verbot, Waffen und Messer in Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennahverkehrs mitzuführen, sowie die damit einhergehenden verstärkten Kontrollen zur Durchsetzung dieses Verbots könnten zu dem Rückgang der Fälle beigetragen haben. Durch die intensivierten Kontrollmaßnahmen von Polizei und Kommunen führen möglicherweise weniger Personen Messer mit sich, sodass es seltener zu Angriffen kommt.
Rauschgiftdelikte
Die Anzahl der Rauschgiftdelikte folgt dem seit 2019 anhaltenden Abwärtstrend. In Lübeck wurde ein Rückgang um 16,32% auf 995 Taten verzeichnet. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die Einführung des Konsumcannabisgesetzes im April 2024 zurückzuführen. Bei allgemeinen Verstößen im Hinblick auf Betäubungsmittel ist hingegen ein Zuwachs um 13,17% zu beobachten. In der Hansestadt kam es im Zusammenhang mit Rauschgift zu 5 Todesfällen.
In Ostholstein gab es einen Rückgang um beinahe die Hälfte der Rauschgiftdelikte (46,73%) auf 367 Taten. Wie im Vorjahr wurden zwei Todesfälle im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln verzeichnet. Der Rückgang der Delikte ist ebenfalls mit der Teillegalisierung von Cannabis zu erklären.
Gesamtbewertung
Die Polizei bewertet die Entwicklung der Kriminalitätslage in der Polizeidirektion Lübeck weiterhin als stabil und sicher. Diese Einschätzung wird durch die PKS 2025, die insgesamt rückläufige Zahlen ausweist, unterstrichen. Einzelne Ausschläge in der Statistik sind erklärbar und zeigen keine grundlegende Trendwende. Positiv hervorzuheben ist die stark gesunkene Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle, da diese Straftat im höchst persönlichen Lebensbereich das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung maßgeblich beeinflusst.
Wichtige Faktoren dieser insgesamt positiven Entwicklung sind neben engagierten Polizeibeamten auch die Bürger und Bürgerinnen, die als Anzeigende und Zeugen einen wichtigen Beitrag zur Kriminalitätsaufklärung leisten.
Ab 10 Uhr steht unter folgendem Link die Polizeiliche Kriminalstatistik der Polizeidirektion Lübeck als Download zur Verfügung:
https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/ministerien-behoerden/POLIZEI/DasSindWir/PDen/Luebeck/pdLuebeck_index
Rückfragen beantwortet die Leitung der Bezirkskriminalinspektion Lübeck heute (25.03.2026) zwischen 11 und 13 Uhr unter der Rufnummer: 0451 131 3000.
Rückfragen bitte an:
Polizeidirektion Lübeck
Stabsstelle / Öffentlichkeitsarbeit
Anna Julia Meyer
Telefon: 0451 / 131 – 2005
Fax: 0451 / 131 – 2019
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