Politik & Wirtschaft

Software-Wechsel in der Verwaltung: Qualität muss vor Ideologie gehen

Die Diskussion um den Verzicht auf Microsoft-Produkte erreicht die
Hansestadt Lübeck. Während die Landesregierung bereits auf alternative
Software setzt, mahnt die FDP-Fraktion zur Besonnenheit. Für die Liberalen
steht fest: Ein Software-Wechsel darf die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung
nicht gefährden. Das wichtigste Kriterium muss die Qualität der
Anwendungen sein.

Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende der FDP, Thorsten Fürter:
„In der aktuellen Debatte über den Einsatz von Software geht derzeit vieles
durcheinander. Oftmals speist sich der Wunsch nach Unabhängigkeit von USAnbietern aus einer kurzfristigen Ablehnung der aktuellen US-Administration.

Doch solche Erwägungen dürfen keine langfristigen strategischen
Entscheidungen tragen. Microsoft ist ein global agierendes Unternehmen und
nicht mit der US-Regierung gleichzusetzen. Zudem sind auch viele der derzeit
gepriesenen Alternativen letztlich mit US-amerikanischen Gesellschaften
verbunden. Wir sollten uns hier keinen Illusionen hingeben.

Als Fraktion, die wie keine andere für eine strikte Haushaltsdisziplin kämpft,
verschließen wir uns einer Kosten-Nutzen-Analyse nicht. Microsoft-Lizenzen
kosten die Stadt viel Geld, daher ist die Suche nach Alternativen absolut
legitim. Am Ende dieses Prozesses darf jedoch nur die Praxistauglichkeit
entscheiden.

Lübeck steht beim Bürgerservice und der Digitalisierung ohnehin vor
gewaltigen Herausforderungen. Es wäre geradezu töricht, künftig auf
Software zu setzen, die die Arbeit der Mitarbeiter erschwert, nur weil sie nicht
aus den USA stammt. Wenn die Verwaltung durch unausgereifte Programme
ausgebremst wird, leiden am Ende die Bürgerinnen und Bürger, die auf
schnelle Dienstleistungen angewiesen sind. Lübeck ist hier aktuell, vor allem
im Bereich Soziale Sicherung, extrem schlecht aufgestellt.

Die Landesregierung hat mit ihrer überstürzten Abkehr von Office-Produkten
bereits für erheblichen Unmut und zahlreiche Pannen gesorgt. Diese Fehler
darf Lübeck nicht wiederholen. Wir brauchen eine Verwaltung, die schneller
und effizienter arbeitet – experimentelle Software-Lösungen, die den
Arbeitsfluss langfristig stören, können wir uns nicht leisten.“

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