Politik & Wirtschaft

Wegfall der ICE-Anbindung: GRÜNE Fraktion nimmt Klüssendorf und Madsen in die Pflicht

Es bleibt dabei: Die Lübecker*innen werden jahrelang auf eine Anbindung an den Fernverkehr verzichten müssen. Das ergab eine Anfrage beim zuständigen Bundesministerium auf Initiative der Lübecker GRÜNEN. Grund hierfür sind die Bauarbeiten zur Festen Fehmarnbeltquerung. Trotz ähnlicher Umstände konnte Manuela Schwesig indes in Mecklenburg-Vorpommern den Wegfall der dortigen ICE-Anbindung verhindern. Die GRÜNE Fraktion nimmt daher Tim Klüssendorf (SPD) und Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) in die Pflicht, sich nachdrücklich für Lübeck einzusetzen.

Dazu Steffen Hamer, Mitglied im Bauausschuss:

„Die erneute Bestätigung des Wegfalls der Fernverkehrsverbindung in Lübeck, ist extrem bedauerlich, da dieser Wegfall an das Ende der Bauarbeiten an der Festen Fehmarnbeltquerung gekoppelt ist. Mit deren Fertigstellung ist allerdings frühestens 2032 zu rechnen. Somit hätte Lübeck viele Jahre lang keine IC- oder ICE-Anbindung.

Aus den in der Beantwortung unserer Anfrage aufgeführten Begründungen der Bundesregierung zum Wegfall der Verbindung ergeben sich für uns allerdings Fragen und Zweifel. Dort heißt es, dass die vielen Baustellen und eine zu geringe Auslastung eine Einstellung des Fernverkehrs rechtfertigen würden. Genau diese Gründe treffen jedoch auch auf unseren Nachbarn, Mecklenburg-Vorpommern und dortige einzelne ICE-Verbindungen zwischen Rostock und Hamburg zu. Trotzdem konnte Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) den Wegfall des Fernverkehrs verhindern. ICEs fahren wie gewohnt weiter und dürfen künftig sogar mit dem Nahverkehrsticket genutzt werden. In Niedersachsen war diese Variante auf der Strecke zwischen Bremen und Norddeich Mole schon sehr erfolgreich.

Einen solchen Einsatz für den Erhalt der Fernverkehrsverbindung würden wir uns auch vom Lübecker MdB Tim Klüssendorf (SPD) in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsminister von Schleswig-Holstein Claus Ruhe Madsen (CDU) wünschen. Vielleicht lässt sich doch noch etwas machen.”

Arne-Matz Ramcke, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Fraktion ergänzt:

„Eine Großstadt wie Lübeck darf infrastrukturell nicht derart abgehängt werden, sondern muss perspektivisch mit Fernverkehrsanbindungen am Deutschlandtakt teilnehmen. Die Erleichterungen, die sich bei einer An- und Abreise nach Lübeck gerade für Menschen mit Kindern oder Einschränkungen ergeben, wären enorm, denn so würde der beschwerliche Umstieg in Hamburg Hauptbahnhof wegfallen. Zudem würde so klimafreundlicher Tourismus gefördert und der Wirtschaftsstandort Lübeck auch national attraktiv gehalten werden. Deswegen wäre eine baldige Wiederaufnahme des Fernverkehrs erfreulich.”