Politik & Wirtschaft

Wirtschaftsrat unterstützt Internationalisierungsstrategie des Landes Schleswig-Holstein

Hauke Präger: „Jetzt müssen die Voraussetzungen in Infrastruktur und Verwaltung geschaffen werden“

Flensburg, 23.02.2026: Das Ziel der schleswig-holsteinischen Landesregierung, das nördlichste Bundesland international bekannter zu machen und auf diese Weise mehr ausländische Investoren anzusiedeln, findet beim Wirtschaftsrat großen Anklang. Dass Dänemark hierbei als strategischer Schwerpunkt definiert wird, ist besonders hervorzuheben, denn der intensive Kontakt zu den dänischen Nachbarn steht auch für den Unternehmerverband im Vordergrund. „Den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein zu fördern, liegt uns seit Jahren am Herzen und ist fester Bestandteil unserer Aktivitäten“, betont Hauke Präger, Sprecher der Wirtschaftsrat-Sektion Schleswig-Flensburg. „Delegationsreisen, die Zusammenarbeit mit Dansk Indusri, die Forderung nach einer Koordinierungsstelle zur Ansiedlung skandinavischer Unternehmen sowie der regelmäßige Kontakt zur Dänischen Generalkonsulin in Flensburg sind für uns gelebte Praxis. Umso wichtiger ist aber eine Infrastruktur, die ein Zusammenwachsen der Regionen Sønderjylland und Nord-Schleswig-Holstein auch ermöglicht.“

Präger fordert in diesem Zusammenhang eine konkrete und aktive Umsetzung der Strategie durch die Landes- und Kommunalverwaltung. Als Negativbeispiel verweist er dabei auf den entfallenen Halt der Fernzüge in Flensburg, wodurch die nördlichste Stadt Deutschlands und ein ganzes Oberzentrum vom Fernverkehr abgeschnitten sind. „Verbunden mit der parallel gebauten festen Fehmarnbelt-Querung wird es zu einer Verlagerung der Verkehre Richtung Süden zu Gunsten der HanseBelt-Region und zu einem Bedeutungsverlust unserer Region kommen“, befürchtet Präger. „Daher appellieren wir seit langem und mit zunehmender Dringlichkeit an die Verantwortlichen der Stadt Flensburg sowie die regionalen Abgeordneten in Berlin und Kiel, die Grenzregion nicht von der wirtschaftlichen Entwicklung abzukoppeln.“

Zumindest der Vorschlag des Wirtschaftsrates, einen provisorischen Halt der Fernzüge in Weiche zu ermöglichen, wird nun ernsthaft geprüft; eine Machbarkeitsstudie soll erstellt werden. „Aber das dauert alles viel zu lange“, kritisiert Präger. „Aktuell ist die Studie ausgeschrieben, bis Ende des Jahres liegt dann bestenfalls ein Ergebnis vor. Dann erfolgt die Ausschreibung für den Bau. So zieht die Zeit ins Land, während woanders Fakten geschaffen werden. Die Welt wartet nicht auf uns! Es wird Zeit, dass sich öffentliche Planungs- und Genehmigungsverfahren den Realitäten anpassen und Verwaltungen schneller, mutiger und – wo es sein muss – auch unkonventionell entscheiden.“