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Wohnungsmarktstrategie fortführen und gezielt umsetzen

  1. Februar 2026, Lübeck: Lübeck braucht mehr bezahlbaren Wohnraum und eine mittel- wie langfristige Strategie, um die derzeit schwächelnde Wohnbebauung wieder in Gang zu bringen. Die hierzu von der Verwaltung vorgelegte Wohnungsmarktstrategie findet in der SPD-Fraktion grundsätzliche Zustimmung.

„Die übergeordneten Ziele – ausreichend Wohnraum bereitstellen, bezahlbaren Wohnraum schaffen, Wohnraum für alle Bedarfsgruppen ermöglichen, die Handlungsfähigkeit der Stadt stärken, effizient mit Flächen umgehen und attraktive Wohnquartiere entwickeln – sind gut und richtig“, sagt Julian Lange, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.Gleichzeitig sieht die SPD-Fraktion an mehreren Stellen konkreten Nachbesserungsbedarf.Die Strategie wurde im Bauausschuss von allen demokratischen Fraktionen begrüßt, dennoch reichen einzelne Punkte aus Sicht der SPD nicht aus, um die notwendige Dynamik auf dem Wohnungsmarkt zu erzeugen. Deshalb bringt die SPD zur kommenden Bürgerschaftssitzung einen Änderungsantrag ein.

„Mit gezielten Maßnahmen wollen wir die Wirksamkeit der Wohnungsmarktstrategie steigern“, erklärt Renate Prüß, sozialpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. „Daher fordern wir ein Konzept wie am Wohnungsmarkt besonders benachteiligte Menschen wie z.B. Wohnungslose, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen, Überschuldete, Jungerwachsene, von häuslicher Gewalt betroffene Frauen u. a. bei der Planung und Vergabe von bezahlbaren Wohnraum besonders berücksichtigt werden können.“

Ein zentraler Punkt: schneller mehr Bauland schaffen. „Innenverdichtung allein reicht für kostengünstigen und bezahlbaren Wohnraum nicht aus. Wir müssen den wohnungsbaupolitischen Schub der Bundesregierung aus dem Bau‑Turbo nutzen und verstärken“, so Lange.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vergabe städtischer Grundstücke. Die SPD fordert, Grundstücke für Wohnungsbau künftig nicht im Höchstgebotsverfahren, sondern zum Festpreis auf Basis des Bodenrichtwerteszu vergeben. Damit sollen bezahlbare Mieten ermöglicht und Spekulation verhindert werden.

Zudem drängt die SPD auf die Verabschiedung der bereits ausgearbeiteten Zweckentfremdungssatzung. Diese soll auch die Umnutzung von länger leerstehenden gewerblichen Obergeschossen in der Altstadt ermöglichen. Ergänzend fordert die SPD ein sozial verträgliches Konzept für Ferienwohnungenan geeigneten Standorten.

„Wir wollen bei dieser angespannten Lage am Wohnungsmarkt keine Beseitigung von Wohnraum, keine Zweckentfremdung von Wohnraum für gewerbliche Zwecke und keinen Leerstand von Wohnungen länger als sechs Monate“, betont Bauexperte Lange.

„Mit der so konkretisierten Wohnungsmarktstrategie ist Lübeck gut aufgestellt. Mehr – und vor allem mehr bezahlbarer – Wohnraum ist dringend notwendig. Den Rückenwind aus dem Bau‑Turbo der Bundesregierung muss Lübeck jetzt nutzen“, fasst Julian Lange abschließend zusammen.