Politik & Wirtschaft

Fährhafen Sassnitz auf Rügen wächst – Ebnet: Drehscheibe nach Osteuropa

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Moderner, größer, leistungsstärker: Der Fährhafen Sassnitz auf der Insel Rügen richtet sich auf immer größere Umschlagsmengen ein, die Unternehmen im Hafen wachsen. Auch die Sea Terminal Sassnitz GmbH (STS) hat seit der Gründung vor über einem Jahr ständig investiert. „Das Unternehmen hat eine neue, große Umschlagshalle gebaut und in Maschinen wie einen neuen Hafenmobilkran des Herstellers Liebherr investiert“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet. Das Wirtschaftsministerium hat die Ansiedlung und den Aufbau des Umschlagsunternehmens im Sassnitzer Hafen mit einem Investitionszuschuss unterstützt.Das Anfang Januar 2005 gegründete Unternehmen STS betreibt Umschlag und Weitertransport der Waren, sobald diese vom Schiff entladen sind. Derzeit sind zehn Mitarbeiter mit dem Be- und Entladen von Schiffen beschäftigt. Schnitt- und Rundholz, Zellstoff, Baustoffe und Massengut, Container und Recyclingprodukte sowie Stahl und Anlagen werden über die Firma abgewickelt. An einer Erweiterung des Seeumschlages der Ladung wird derzeit gebaut. Von Sassnitz aus verkehren regelmäßig Linienschiffe nach Schweden, Dänemark, Russland und Litauen. Weitere Verbindungen bestehen nach Finnland und ins Baltikum. Landseitig werden die Güter auf den Schienenverkehr innerhalb Deutschlands, nach Österreich, Italien, Spanien sowie nach Osteuropa umgeschlagen.
„Der Fährhafen auf Rügen ist die Brücke von Deutschland nach Russland“, sagte Ebnet, „Die Investitionen der Hafenunternehmen rechnen sich.“ Sassnitz ist der einzige deutsche Hafen, in dem russische Breitspur-Gleisanlagen liegen und russische Eisenbahnwaggons optimal verladen werden können. Der Minister führt derzeit Wirtschaftsgespräche zum Aufbau einer Eisenbahnfährverbindung zwischen den russischen Häfen Ust-Luga sowie Baltijsk (Region Kaliningrad) und dem Rügener Hafen in Sassnitz. Noch in diesem Jahr soll die so genannte „Baltische Fähre“ von Russland einen deutschen Ostseehafen anlaufen. Etwa 100 Kilometer westlich von Sankt Petersburg unweit der Grenze zu Estland wird derzeit der Seehafen Ust-Luga gebaut.
Der Sassnitzer Hafen ist seit 1998 Deutschlands größter Umschlagsplatz für Eisenbahnfährverkehr. Seit der EU-Osterweiterung liegt er in zentraler Verkehrslage im Ostseeraum. Im vergangenen Jahr wurden hier über fünf Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, in den Häfen Mecklenburg-Vorpommerns betrug der Gesamtumschlag rund 35,6 Millionen Tonnen. Von den insgesamt rund 3,6 Millionen Passagieren im Seeverkehr des Landes wurden im Jahr 2005 über 750.000 Gäste in Sassnitz abgefertigt. Nach einer vom Bundesverkehrsministerium erarbeiteten Umschlagsprognose für die deutschen Ostseehäfen steigt der Bruttoumschlag im Fährhafen Sassnitz/Mukran bis zum Jahr 2015 auf rund 12 Millionen Tonnen.