Erklärung des Chefs der Staatskanzlei, Staatssekretär Dr. Arne Wulff
Zu dem Vorwurf, seine Dissertation zum Leben des ehemaligen Justizstaatsekretärs und geschäftsführenden Reichsjustizministers Prof. Dr. Dr. h.c Franz Schlegelberger sei apolegetisch oder nicht von genügend Distanz gekennzeichnet, erklärt der Chef der Staatskanzlei, Dr. Arne Wulff:
„“Ziel der Dissertation war eine rechtshistorische Aufarbeitung der beruflichen Karriere des Juristen Schlegelberger eingebunden in sein Leben und seine Umgebung. Zentraler Kernpunkt war eine Darstellung der Anklage und der Verteidigung Schlegelbergers als Hauptangeklagter im Nürnberger Juristenprozess. “
„Konzeptionell beruhte die Arbeit u.a. auf der intensiven Durchsicht der Nürnberger Prozessakten sowie der Verwendung bis dato unbekannter Schriftstücke, insbesondere aus dem Nachlass von Rechtsanwalt Dr. Kubuschock, dem Prozessbevollmächtigten Schlegelbergers. Bewusst verzichtete die Biographie auf moralische oder politische Bewertungen. Solche lagen zum Zeitpunkt ihrer Abhandlung auch bereits vor. Vielmehr wurde die Arbeit durch mich so abgefasst, dass sich jeder Leser ein eigenes Urteil bilden kann, ohne vom Autor in eine vorgefasste Meinung bewegt oder gedrängt zu werden.“
„Mir daraus eine Rechtfertigung des Tun und Handelns Schlegelbergers vorzuhalten, ist konstruiert und politisch infam. Wer die Arbeit gelesen hat, wird vielmehr feststellen, dass ich besonderen Wert darauf gelegt habe, nicht nur die Verteidigung Schlegelbergers darzustellen, sondern ebenso die Anklage als auch die Entscheidungen der jeweiligen Gerichte. Die Arbeit ist insoweit auch auf Grund ihrer Vielzahl von Quellen dokumentarisch und nicht bewertend oder politisch. Dies war auch so gewollt.“
„Die Dissertation wurde von Prof. Dr. Hattenhauer vergeben und von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Wintersemester 1990/91 angenommen. Zweitkorrektor war Prof. Dr. Schubert. Sie wurde mit „magna cum laude“ bewertet. Außerdem wurde die Dissertation von der Konrad-Adenauer-Stiftung gefördert.“
„Persönlich engagiere ich mich seit dem 14. Lebensjahr für unsere freiheitliche und demokratische Staatsordnung. In meinem verschiedenen politischen Ämtern seit dieser Zeit (u.a. Fraktionsvorsitzender Kiel und Stadtpräsident Kiel) habe ich mich immer zur Demokratie bekannt und an meiner Ablehnung gegenüber allen totalitären Systemen, einschließlich des Faschismus und Kommunismus, keinen Zweifel gelassen. Umso mehr empfinde ich es als bewusste politische Diffamierung, mir eine „Nähe zu brauner Justizvergangenheit“ zu unterstellen.““
