Musiker und Sänger zur Zeit des NS-Regimes
Vortrag am 11. August im Rahmen der Sonderausstellung „Verfolgt, verfemt, entartet“
Nicht nur das Werk vieler bildender Künstler galt als „entartet“, auch Musiker waren betroffen. Im Rahmen der Sonderausstellung „Verfolgt, verfemt, entartet“ hält der Musikwissenschaftler Wolf-Rüdiger Ohlhoff am Donnerstag, 11. August, einen zweistündigen Vortrag über „entartete“ Musiker und Sänger, wie den Comedian Harmonists, Bert Brecht, Ernst Busch und Richard Tauber. Die Hörbeispiele werden von Original- Schellackplatten abgespielt. Der Vortrag beginnt um 20 Uhr im Lübecker Burgkloster, Gerichtssaal. Der Eintritt kostet fünf Euro, 2,50 ermäßigt.
Als musikalisches Pendant zur Ausstellung „Entartete Kunst“ wurde 1938 in Düsseldorf bei den 1. Reichsmusiktagen – laut Goebbels „eine Heerschau des deutschen Musiklebens“ – die Ausstellung „Entartete Musik“ gezeigt, in der musikalische Beispiele des „Undeutschen“ an den Pranger gestellt wurden. Von Düsseldorf reiste diese gespenstische Schau nach Weimar, München und Wien, bevor ihr der Krieg ein Ende setzte. Diese musikalische Ausstellung war durch klingende Beispiele ergänzt worden. Durch Knopfdruck konnten die Besucher an mehreren „Hörpunkten“ in der Ausstellung gleichzeitig Schellackplatten abspielen, deren musikalisches Durcheinander den Eindruck eines „wahren Hexensabbaths“ hervorrufen sollte. Sehr viele Besucher sollen allerdings die „verbotene Musik“ mit wirklichem Interesse gehört haben, darunter die Songs aus Ernst Kreneks Oper „Johnny spielt auf“, aus Kurt Weills und Bert Brechts „Dreigroschenoper“, aus Operetten- und Schlagermusik von jüdischen Komponisten sowie Swingmusik von ausländischen Interpreten und Bands.
