Neue Botschafter der Integration in Schleswig-Holstein: 9 Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund erhalten für soziales Engagement und gute schulische Leistungen das START-Stipendium
Lübeck, 23. September 2011. Neun Jugendliche aus Schleswig-Holstein werden heute in Lübeck offiziell in das START-Stipendienprogramm für engagierte und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aufgenommen. Das Stipendium, das eine materielle und eine intensive ideelle Förderung vorsieht, hat zum Ziel, die Jugendlichen auf ihrem Weg zum Abitur zu unterstützen und ihnen damit die Teilhabe an der Gesellschaft zu erleichtern. Die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten zeichnen sich durch gute schulische Leistungen und soziales Engagement aus. Die START-Stiftung, ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, vergibt das Stipendium gemeinsam mit folgenden weiteren Förderern in Schleswig-Holstein: Deutsche Bank Stiftung, Dräger-Stiftung, Heinz Wüstenberg-Stiftung, Ministerium für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein und Possehl-Stiftung. In Schleswig-Holstein profitieren aktuell insgesamt 35 Jugendliche von der START-Förderung. 28 ehemalige Stipendiaten haben bereits die Schule abgeschlossen und gehören damit zu dem intensiv vernetzten Kreis der START-Alumni. Seit seiner Einführung im Jahr 2002 hat das START-Stipendienprogramm in den 14 Bundesländern, in denen es angeboten wird, ein finanzielles Gesamtvolumen von rund 25 Mio. Euro erreicht.
Im Schuppen 9 in Lübeck findet heute die feierliche Zeremonie statt, in der die neuen START-Stipendiaten aus Schleswig-Holstein offiziell bei START willkommen geheißen werden und gemeinsam mit acht neuen START-Stipendiaten aus Hamburg und fünf START-Stipendiaten aus Mecklenburg-Vorpommern ihre Aufnahmeurkunden erhalten. Neben dem Minister für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Ekkehard Klug, nehmen auch der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Henry Tesch, und aus Hamburg der Direktor des Landesinstitutes für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Prof. Dr. Josef Keuffer, teil. Bildungsminister Klug unterstreicht: „Unsere Leitlinie für die Begabtenförderung in Schleswig-Holstein lautet: erkennen, ermutigen und ermöglichen. Diesem Prinzip folgt auch das START-Programm, das seit Jahren erfolgreich hilft, die Begabungen junger Menschen mit Migrationshintergrund zu erkennen, sie zum Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu ermutigen und ihnen eine erfolgreiche Bildungsteilhabe zu ermöglichen.“ Die Jugendlichen sind zwischen 15 und 18 Jahre alt und afghanischer, aserbaidschanischer, ghanaischer, griechischer, laoti-scher, malaysischer, serbischer, syrischer und türkischer Herkunft.
Die heute aufgenommenen Stipendiaten zählen zu bundesweit insgesamt rund 720 Jugendlichen, die aktuell unterstützt werden. Dass sie nicht nur durch ihr schulisches Leistungsvermögen, sondern auch durch ihr gesellschaftliches Engagement überzeugen, erläutert Robert Hasse, Geschäftsführer der START-Stiftung gGmbH: „Unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten zeigen, wie vielfältig soziales Engagement und damit der Beitrag für unsere Gesellschaft sein kann. Die jungen Menschen sind hochmotiviert und möchten der Gesellschaft etwas zurückgeben. Das Ergebnis ist eine Bereicherung für alle Seiten.“ Das Engagement der neuen Stipendiaten in Schleswig-Holstein reicht von der Mitarbeit in der Schülervertretung und dem Einsatz als Klassen- oder Schülersprecher über die Mitarbeit im Kinderzirkus und der Bahnhofsmission bis hin zu notwendigen Hilfestellungen im Alltag, wie dem Geben von Nachhilfe in der Nachbarschaft oder der Kinderbetreuung in der Familie.
„Das gesellschaftliche Engagement der START-Stipendiaten liegt der Possehl-Stiftung besonders am Herzen. Dass sie sich mit ihrer hohen Motivation in den Dienst der Gesellschaft stellen, ist für eine lebendige Bürgergesellschaft von unschätzbar hohem Wert. Viele der Stipendiaten setzen sich für Schüler ein, denen es schwerer als ihnen selbst fällt, in der Schule zurechtzukommen. Oft sind sie darüber hinaus auch in ihren eigenen Familien gefordert. Dieses Engagement ist beeindruckend und uns allen ein Vorbild“, unterstreicht Renate Menken, Vorsitzende der Possehl-Stiftung, im Namen der weiteren Förderer in Schleswig-Holstein.
Das Stipendium umfasst neben der finanziellen Förderung in Höhe von monatlich 100 Euro und bei Bedarf einer PC-Grundausstattung vor allem die ideelle Förderung. Angeboten werden hier verpflichtende Bildungsseminare beispielsweise zu den Themen „Demokratie und Partizipation“, „Medien in Theorie und Praxis“ und „Rhetorik“ genauso wie frei wählbare Seminare im künstlerisch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich, die die Stipendiaten in der Verfolgung ihrer Interessen unterstützen. Hinzu kommen vielfältige regionale Veranstaltungen und Seminare sowie Exkursionen, z.B. in privatwirtschaftliche Unternehmen, in öffentliche Verwaltungseinrichtungen, aber auch Besuche von Kulturveranstaltungen sowie Beratungen für die Ausbildungs-, Stu-dien- und Lebensplanung.
Die Jugendlichen erhalten das START-Stipendium zunächst für ein Jahr. Bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement wird es in der Regel bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses, wie dem Abitur, verlängert.
Die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten des Jahrgangs 2011/2012 in Schleswig-Holstein:
Vorname w/m Alter Herkunftsland Wohnort
Baderkhan m 17 Syrien Kiel
Veljko m 15 Serbien Kiel
Yannick m 16 Ghana Kiel
Gianula w 16 Griechenland Lehnsan
Noppaphone Joey m 16 Laos Lübeck
Agsin m 18 Aserbaidschan Neumünster
Büsra w 16 Türkei Neumünster
Cindy w 17 Malaysia Neumünster
Elaha w 16 Afghanistan Quickborn
Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das START-Schülerstipendienprogramm im Jahre 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen über 100 Kooperationspartner das Programm – Stiftungen, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Seit 2007 führt die START-Stiftung gemeinnützige GmbH als Tochtergesellschaft der Hertie-Stiftung das Programm durch. Im Schuljahr 2011/12 werden insgesamt rund 720 Schülerinnen und Schüler aus rund 80 Herkunftsländern gefördert. Zusammen mit den Stipendiaten, die bereits das Abitur abgelegt haben, profitier(t)en rund 1.400 Stipendiaten von dem Programm. START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.
