Politik & Wirtschaft

Energiewende- und Klimaschutzbericht 2026

Wirtschaftlicher Erfolg und Klimaschutz gehören zusammen – Zusätzliche Maßnahmen bei Verkehr und Gebäuden nötig.

Der Landtag hat heute den Energiewende- und Klimaschutzbericht entgegengenommen und in den Wirtschafts- sowie den Umweltausschuss überwiesen. Dazu sagt die klimapolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Nelly Waldeck:

Schleswig-Holstein beweist, dass wirtschaftliche Stärke und konsequenter Klimaschutz Hand in Hand gehen. Die Wirtschaft wächst, während die Emissionen sinken. Das ist kein Zufall, sondern zeigt, dass die ambitionierte Energiewende für wirtschaftlichen Erfolg sorgt. Ein klimaneutrales Industrieland ist keine Floskel, sondern bereits heute auf dem Weg, Realität zu werden. Schleswig-Holstein gehört mit den viertbesten Arbeitslosenzahlen bundesweit zur Spitzengruppe der Länder. Auch im Länderfinanzausgleich steht das Land so gut da wie nie seit 2003.

Besonders der Ausbau der Windenergie zeigt Dynamik: 9,9 GW Wind an Land sind bereits installiert, weitere 2,3 GW im Genehmigungsverfahren und 2,7 GW im Bau. Damit ist das Ziel von 15 GW bis 2030 in Reichweite. Auch bei der Photovoltaik kommen jährlich rund 700 MW hinzu, auch wenn der Ausbau hier noch beschleunigt oder durch zusätzlichen Windenergieausbau ausgeglichen werden muss, um die Ausbauziele bis 2030 zu erreichen.

Gleichzeitig macht der Bericht auch Lücken deutlich. In den Bereichen Verkehr und Gebäude bestehen weiterhin deutliche Zielverfehlungen. Hier reichen die bisherigen Maßnahmen bei Weitem noch nicht aus. Es braucht mehr Tempo! Auch im Bereich der Landwirtschaft werden wir mittelfristig nicht ohne deutliche Änderungen vorankommen. Hierbei sind auch Bund und EU in der Verantwortung, etwa für eine stärkere Ökologisierung der GAP-Mittel oder eine Einbindung der Landwirtschaft in den Emissionshandel.

Es ist gut, dass in den EWKB einige zusätzliche Maßnahmen aufgenommen wurden, um noch schneller zu werden und die Ziele bis 2030 zu erreichen. Dazu gehören das Quartierswärmemanagement, sowie der Kommunalfonds. Auch die Förderung der Elektromobilität, das Engagement Schleswig-Holsteins für die Wasserstoffinfrastruktur zum Beispiel mit der Wasserstoffnetzgesellschaft, und die Moorschutzmaßnahmen zeigen in die richtige Richtung.

Schleswig-Holstein ist auf einem guten Weg. Jetzt kommt es darauf an, die Klimaziele auch in den Bereichen Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft mit den notwendigen Maßnahmen zu unterfüttern.

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