Politik & Wirtschaft

Bad Schwartauer Bürgerinitiative bietet Unterstützung gegen Pläne der Bahn an

Im Zuge der Auslegung der Pläne der Deutschen Bahn AG für die Hinterlandanbindung der FFBQ für den Abschnitt Bad Schwartau bietet die Bürgerinitiative (BI) Kaltenhof/Marienholm Unterstützung für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger beim Erstellen der Einwendungen gegen die geplante Baumaßnahme an.

Es wird hierbei ein eigens zu diesem Zweck erstelltes PC-Tool eingesetzt, das anhand von Antworten aus 29 Fragen eine individualisierte Einwendung erstellt. Diese kann dann noch um persönliche Anmerkungen ergänzt werden. Das Dokument kann entweder ausgedruckt oder direkt per E-Mail an das zuständige Eisenbahnbundesamt übermittelt werden.

Die BI erhofft sich hierdurch, auch Menschen zu erreichen, die sich mit den umfangreichen Planunterlagen überfordert fühlen, trotzdem aber ihre Stimme gegen die Planung erheben wollen.

„Es sind keine Vorkenntnisse oder besonderen Erfahrungen erforderlich. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann zu den Terminen kommen. Wir helfen jedem. Denn unsere Hilfe ist kostenlos!“ beschreibt Britta Holtz von der BI als Entwicklerin des PC-Tools den Nutzen der Unterstützung.

„Auch muss man als Betroffene/r nicht direkt an den Bahngleisen wohnen. Das Ausmaß des Bauvorhabens geht weit über die Gebiete der Bestandstrasse hinaus“ erklärt Volker Claussen von der BI. Weiter erläutert Claussen: „Wir sind nicht gegen die Hinterlandanbindung, wir sind gegen eine unzumutbare Planung, die die Stadt Bad Schwartau unwiderbringlich wirtschaftlich schädigen und für alle Zeit drastisch verändern wird“.

Dr. Beate Korff umreisst die Eingriffe: „Irreparable Umweltzerstörung, Isolation von 2.100 Anwohnern des Stadtteils Kaltenhof und Marienholm, jahrelang eine gigantische Baustelle mitten in der Stadt, unerträglicher Lärm und Staus für ein Bauvorhaben, welches jetzt schon im wahrsten Sinne des Wortes überholt ist“.

Volker Haverkamp sieht auch die soziale Isolation der Betroffenen: „Wenn ein ganzer Stadtteil von der Außenwelt abgeschnitten und mit Mauern durchzogen wird, welchen Reiz hat es noch, in Bad Schwartau zu wohnen und zu arbeiten? Der Status Kurbad ist dann auch Geschichte. Viel schlimmer aber ist noch, dass durch die jetzige Planung eine nur mit immensem und daher unvertretbar hohem Aufwand erweiterbare Engstelle produziert wird, die den Sinn dieses Projektes infrage stellt“

Swantje Gebauer erwähnt den Punkt Umwelt: „Der Kuhholzwald mit seinen mehr ca. 4.500 zum Teil über 300 Jahre alten Bäumen wird für ein temporäres Baufeld als Lagerplatz sowie für eine neue Straße vernichtet. Zusätzlich ist auch der Meierkamp und der Mönchskamp, insgesamt also 40 ha Wald betroffen. Jeder Baum ist ein elementarer Schutz gegen die Klimaveränderungen!“

Aus all diesen Gründen kämpft die Bürgerinitative für eine Umfahrung Bad Schwartaus: „Es ist machbar und im Hinblick auf die Lübecker Hafenanbindung und den künftigen Güterverkehr die einzig sinnvolle Möglichkeit, zukunftsfähige Infrastruktur zu schaffen. Es macht aus unserer Sicht Sinn, den Personennahverkehr weiterhin durch Bad Schwartau verkehren zu lassen und den Güter- und Personenfernverkehr um Bad Schwartau herum zu führen. Damit könnten Pendler auch während der Bauphase weitestgehend die Bahn nutzen“ ergänzt Volker Claussen.

„Wir haben so viele kompetente MitstreiterInnen, die sich für die Sache engagieren, wir arbeiten auch eng mit der Stadt Bad Schwartau zusammen. Jetzt liegt es am Eisenbahnbundesamt, unseren Einwendungen Gehör zu schenken und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.“ beschreibt Michael Holtz die Arbeit der BI. Mit Blick auf das Unterstützungsangebot erklärt Holtz: „Wenn alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger ihre Einwände dem Eisenbahnbundesamt mitteilen, kann eine vernünftige Lösung erzielt werden“

Die Termine:

Im Sitzungssaal des Rathauses der Stadt Bad Schwartau: 09.07.2026 von 16 bis 19 Uhr und am 20.07.2026 von 15 bis 18 Uhr.

In der Martin-Luther-Kirche, Kaltenhöfer Straße 42: 15.07.2026 von 16 bis 19 Uhr und am 18.07.2026 von 11 bis 14 Uhr.

Hinweis: Die Frist zur Einwendung endet ausnahmslos am 24.07.2026! Bis dahin müssen die Einwendungen beim Eisenbahnbundesamt eingegangen sein