21. Volksbank Rotspon Cup: Ziel verfehlt und trotzdem gewonnen
Fotos: Christian Beeck · Beim Volksbank Rotspon Cup auf der Trave forderte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau in diesem Jahr Landtagspräsidentin Kristina Herbst zum Match Race auf den historischen Zwölfern „Sphinx“ und „Trivia“ heraus. Die beiden Polit-Kollegen sorgten bei den Rennen für viel Abwechslung mit Anlaufschwierigkeiten durch Grundberührung bei der „Trivia“ und fehlendes Zielwasser auf der „Sphinx“. Nach drei gleichermaßen spannenden wie auch überraschenden Rennen hielt Lindenau die Sechs-Liter-Flasche Rotspon als Sieger in den Händen.Der Segelwettstreit um eine Flasche Rotwein gilt als der Ursprung der Travemünder Woche. Denn vor 137 Jahren sollen zwei Hamburger Kaufleute um eben diesen Preis gesegelt sein und damit die Regattawoche initiiert haben. 2004 wurde dieser Wettbewerb wiederbelebt als Duell des Lübecker Bürgermeisters gegen einen Polit-Kollegen. Seitdem hat er sich zu einem prestigeträchtigen Wettbewerb gemausert, bei dem es um Geselligkeit, aber auch um den Sieg geht.

Das wurde schon zum Frühstück der Unterstützer im Atlantic Grand Hotel deutlich, bei dem Bürgermeister Jan Lindenau schon seine diesjährige Gegnerin, Landtagspräsidentin Kristina Herbst, begrüßen durfte. Munter wurde die Favoritenrolle hin und her geschoben.
„Meine bisherige Bilanz gegen weibliche Gegnerinnen ist eine Niederlage und ein Unentschieden. Es fehlt also ein Sieg. Aber ich habe gehört, dass ich gegen eine Profi-Seglerin antrete“, sagte Lindenau und spielte damit auf die ehemalige TW-Teilnahme von Kristina Herbst an. Die wiegelte allerdings ab: „Ich bin vor 32 Jahren einmal die Travemünder Woche mitgesegelt. Und vor 25 Jahren habe ich meinen Sportbootführerschein gemacht. Das sind meine letzten Segelerfahrungen. Wenn Sie also verlieren sollten, lieber Jan Lindenau, dann verlieren Sie nicht gegen eine Profi-Seglerin, aber immerhin gegen die erste Frau im Lande.“
Kristina Herbst kam frisch aus dem Urlaub, in dem sie auch auf der Gorch Fock war und vor Reede einen handfesten Orkan abwettern musste. „Ich scheue also keinen Wind und auch keine Schräglage“, so die Landtagspräsidentin.
Die kühle und feuchte Witterung am Morgen des Rennens spielte ihr daher in die Karten. „Das Wetter in diesem Jahr zur Travemünder Woche ist eine wahre Wundertüte“, sagte der LYC-Vorsitzende Lutz Kleinfeldt bei seiner Begrüßung. Heute haben wir einen echten Herbst-Tag erwischt.“ „Das passt ja“, schmunzelte Kristina Herbst. Das Wetter mit kräftigen Böen war auch der Grund, dass die „Trivia“ und „Sphinx“ bei der 21. Auflage des Segelduells aus Sicherheitsgründen nur unter Vorsegel in die Rennen gingen.
Noch vor dem ersten Start gab es einen kurzen Schreckmoment: Der „Trivia“ fehlte plötzlich die entscheidende „Hand Wasser unter dem Kiel“. Sie lief vor dem Priwall-Strand auf Grund und musste frei geschleppt werden. Schaden trug der historische Zwölfer zum Glück nicht davon, und so segelten die „Trivia“ und „Sphinx“ kurz darauf über die Startlinie.
Jan Lindenau hatte direkt den Bug vorne und konnte den Vorsprung bis kurz vor Ende des Rennens weit ausbauen. Am 1:0 für den Bürgermeister schien kein Weg vorbeizuführen, am korrekten Zieleinlauf allerdings schon: Die „Sphinx“ passierte das Zielschiff auf der falschen Seite. Sehr überraschend ging der Sieg im ersten Rennen dadurch an Kristina Herbst.

Die zweite Wettfahrt dominierte wieder Jan Lindenau, der dann seinen Weg gefunden hatte und diesmal auch die Ziellinie als Erster überquerte. Daher musste das Entscheidungsrennen den Sieg bringen. Und den holte sich der Lübecker Verwaltungschef in überlegener Manier. Nach gewonnenem Start konnte er den Vorsprung verwalten und holte sich seinen zweiten Sieg.
Lindenau freute sich über diesen Erfolg beim Volksbank Rotspon Cup und sagte: „Ich fand es heute genial.“ Dass er im ersten Rennen am Ziel vorbeischoss, erklärte er als Reaktion auf den irritierenden Auftakt mit der festsitzenden „Trivia“. Landtagspräsidentin Kristina Herbst versicherte, dass ihr das Segelduell trotz der Niederlage viel Spaß gemacht hat. Eine Revanche kann sie sich gut vorstellen. Den Rotspon planen die Polit-Kollegen bei Gelegenheit gemeinsam im Lübecker Rathaus zu trinken.
Und dann werden auch die Vertreter der Volksbank Lübeck mit dabei sein. Denn die Partnerschaft zwischen der Travemünder Woche und der Volksbank steht. Angesprochen auf eine Fortsetzung des Engagements zum Volksbank Rotspon Cup sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Mehrens: „Dafür gibt es grünes Licht.“
