Politik & Wirtschaft

IHK-Konjunkturumfrage: Schleswig-Holsteins Wirtschaft stabilisiert sich leicht – Trendwende bleibt aus

Die Stimmung in der schleswig-holsteinischen Wirtschaft hellt sich nach dem deutlichen Rückschlag zu Jahresbeginn wieder etwas auf. Der Konjunkturklimaindex steigt im zweiten Quartal 2026 von 83,9 auf 90,6 Punkte. Damit liegt er jedoch weiterhin deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt von 106 Punkten. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen verbessern sich gegenüber dem Vorquartal leicht; insgesamt bleiben die Einschätzung der Unternehmen jedoch verhalten.

„Nach dem deutlichen Rückschlag zu Jahresbeginn sendet die Wirtschaft in Schleswig-Holstein erste Signale der Stabilisierung auf niedrigem Niveau“, sagt Thomas Buhck, Präsident der IHK Schleswig-Holstein. „Trotz dieser eigentlich guten Nachricht zeigen die aktuellen Ergebnisse aber auch, dass die Unternehmen äußerst vorsichtig bleiben. Solange Investitionen und Beschäftigungspläne im Minus verharren, kann von einer Trendwende auch keine Rede sein. Jetzt kommt es darauf an, die Rahmenbedingungen für Investition und Wachstum der Unternehmen spürbar zu verbessern.“

Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein kommt weiterhin nicht in Schwung. Während die Bauwirtschaft ihre aktuelle Lage noch als stabil beschreibt, sorgen rückläufige Auftragseingänge in anderen Schlüsselbranchen für Sorgen: Industrie, Handel und Logistik leiden unter schwacher Nachfrage, hohen Kosten und fehlenden Wachstumsimpulsen. Investitionen werden vielfach verschoben oder ganz zurückgestellt. Auch dort, wo die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage noch als solide einstufen, überwiegt der Pessimismus hinsichtlich der weiteren Entwicklung. „Eine in der Breite der Branchen getragene konjunkturelle Erholung ist aus Sicht der Wirtschaft derzeit leider nicht erkennbar“, so Buhck.

Auch im zweiten Quartal 2026 bleibt die allgemeine Risikowahrnehmung der Unternehmen sehr hoch und konzentriert sich derzeit wieder stärker auf Standort-, Kosten- und Wettbewerbsfaktoren. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen bleiben das am häufigsten genannte Geschäftsrisiko (63,2 Prozent), was die anhaltende Unsicherheit über die wirtschafts- und handelspolitischen Perspektiven sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland widerspiegelt. Deutlich an Bedeutung gewonnen haben zudem die Energie- und Rohstoffpreise: Nach dem zwischenzeitlichen Rückgang in den Jahren 2023 und 2024 nennen wieder knapp sechs von zehn Unternehmen dieses Risiko (58,9 Prozent). Diese gestiegenen Kosten erhöhen die Belastungen für die Betriebe und erschweren eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung. Ebenfalls auf hohem Niveau liegen die Risiken Arbeitskosten (55,7 Prozent) und Inlandsnachfrage (54,2 Prozent). Die zunehmende Bedeutung der Arbeitskosten dürfte vor allem auf höhere Löhne und insgesamt gestiegene Personalaufwendungen zurückzuführen sein. Gleichzeitig bleibt die schwache Nachfrage im Inland für viele Betriebe ein Belastungsfaktor.

Für die Konjunkturumfrage im zweiten Quartal 2026 haben die IHKs Flensburg, Kiel und Lübeck rund 3.200 Unternehmen in ihren Bezirken angesprochen. 880 haben sich an der Umfrage beteiligt und ihre Einschätzungen geteilt. Das entspricht einer Rücklaufquote von 28 Prozent.

Weitere Informationen und Grafiken sowie immer die aktuellen IHK-Konjunkturberichte finden Sie unter: www.ihk.de/sh/konjunkturbericht

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