Landesbauerntag: Landwirtschaftsministerin Schmachtenberg stellt Ernährungssicherheit und Zukunftsfähigkeit der Betriebe in den Mittelpunkt
RENDSBURG. Ernährungssicherheit braucht leistungsfähige landwirtschaftliche Betriebe: Das hat Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg heute (4. September) beim Landesbauerntag betont und den Landwirtinnen und Landwirten für ihre tägliche Arbeit gedankt. Angesichts von Kriegen, gestörten Lieferketten und Klimarisiken sei es eine wichtige Aufgabe für Schleswig-Holstein, die heimische Landwirtschaft zu sichern und den Betrieben verlässliche Perspektiven zu geben.„Dass jeden Tag genug gutes Essen auf unseren Tischen steht, ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist Ihre Leistung. Dafür verdienen Sie Respekt, Verlässlichkeit und politische Rahmenbedingungen, auf die Sie sich verlassen können. Ich will, dass wir auch in Zukunft eine starke heimische Landwirtschaft haben“, sagte Schmachtenberg.
Hohe Kosten, volatile Märkte und enge wirtschaftliche Spielräume belasten derzeit viele Betriebe. Nicht jeder Marktausschlag lasse sich politisch ausgleichen. Umso wichtiger seien langfristige und verlässliche Rahmenbedingungen, so die Ministerin. Dazu gehöre auch eine eigenständige Gemeinsame Agrarpolitik mit einem verlässlichen und ausreichend ausgestatteten Agrarbudget. Wer von den Betrieben zusätzliche Leistungen für Tierwohl, Klima- und Umweltschutz erwarte, müsse diese auch angemessen honorieren.
Dazu zählt für Schmachtenberg auch der Abbau unnötiger Bürokratie. In der Kernarbeitsgruppe Entbürokratisierung entwickeln das MLLEV, die Landwirtschaftskammer und der Bauernverband Schleswig-Holstein gemeinsam konkrete Maßnahmen, um Dokumentationspflichten zu reduzieren, Regelungen praxistauglicher zu gestalten und Verfahren zu beschleunigen. Hinweise aus der landwirtschaftlichen Praxis fließen dabei unmittelbar ein. Erste Entlastungen hat das Land bereits umgesetzt: Es hat unter anderem die Fristen bei den Wirtschaftsdüngermeldungen verlängert und Ausläufe bei Tierwohlställen unter bestimmten Voraussetzungen genehmigungsfrei gestellt. Zudem entwickelt das Land derzeit ein Konzept für ein zentrales Datenportal, um künftig doppelte Dateneingaben zu vermeiden.
Schmachtenberg sieht auch in einer zukunftsfähigen heimischen Tierhaltung einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit. Rund 71 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Schleswig-Holstein halten Nutztiere; 2023 entfielen 52 Prozent des landwirtschaftlichen Produktionswerts auf tierische Erzeugnisse. Mit dem Perspektivpapier „Landwirtschaftliche Tierhaltung 2040 in Schleswig-Holstein“ gebe das Land den Betrieben einen langfristigen Orientierungsrahmen. „Wir stehen zur Tierhaltung in Schleswig-Holstein und wollen, dass sie hier eine Zukunft hat“, sagte Schmachtenberg.
Kritisch äußerte sich die Ministerin zur EU-Wiederherstellungsverordnung. Eine ausreichende und langfristige Finanzierung der Umsetzung sei weiterhin nicht gesichert. Die Verordnung sei in ihrer jetzigen Form nicht praxistauglich. Bei der bevorstehenden Agrarministerkonferenz werde sich Schmachtenberg deshalb für eine zusätzliche Finanzierung durch Bund und EU, mehr Mitsprache der Länder und eine stärkere Beteiligung der Betroffenen im weiteren Verfahren einsetzen.
