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Tag der Geflüchteten 25.09: „Ich packe meinen Koffer…“

Bild: Gemini KI generiert_(c) TBF · Am 25.09. dem Tag der Geflüchteten laden Flüchtlingsrat, Heinrich-Böll-Stiftung sowie ZBBS gemeinsam mit der Künstlerin Ute Diez um 16:30 Uhr zu einer Vernissage an der Kiellinie ein.

An den Landtagstreppen wird die Ausstellung „Ich packe meinen Koffer“ eröffnet: Ein Koffer kann vieles aufnehmen: Dinge, die wichtig sind, Erinnerungen, Bilder, Gerüche, Namen, Geschichten. Auf der Flucht wird er zu einem Begleiter zwischen dem, was zurückbleibt, und dem, was für einen Neubeginn wichtig ist.

Damit lenkt das Projekt den Blick auf die Erfahrungen, den Schmerz und die emotionalen Elemente von Migration und Flucht. Ein prägender und bedeutender Aspekt, für diejenigen, die fliehen mussten. In den immer restriktiver werdenden Debatten, den schärfer werdenden Gesetzen und der zunehmend menschenfeindlichen und autoritäreren Stimmung geht dieser empathische Blick auf Migration und Flucht zunehmend verloren. Dabei bietet er die Chance Bezüge, Verbindungen und Emotionalität herzustellen. Ebenso wie die Möglichkeit Verständnis für die komplexen Situationen von transnationalen Familien, belastenden Erinnerung, Sehnsucht nach einer zurückgelassenen Heimat, Bereicherung, Herausforderungen sowie die Prägung des eigenen Selbstverständnisses nachzuvollziehen.

Die künstlerische Arbeit sowie eine anschließende Lesung nähern sich diesen Fragen. Die afghanische Autorin Aziza Khoshnaseeb schreibt: „Vielleicht sind manche Koffer deshalb umso schwerer, je leerer sie von Dingen werden. Der Mensch nimmt nicht immer das mit, was er in seinen Koffer legt. Manchmal trägt er ein Leben lang mit sich, was er zurücklassen musste.“ 

Die Ausstellung ermöglicht es diesen Blickwinkel einzunehmen und lädt ein den eigenen Koffer mit Vorurteilen, Meinungen und Erlerntem kurz beiseite zu stellen und tatsächlich einmal darüber nachzudenken was es heißt zu fliehen. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Schutzsuchenden erarbeitet und ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang zu den emotionalen und geteilten Erfahrungen von Flüchtenden.Das Element des Koffers und des Mitgenommenen, verknüpfen dabei Fluchterfahrungen, die durch Ort und Zeit getrennt sind. Die Künstlerin stellt so gesellschaftliche Beziehung her: „Meine Kunstwerke entstehen häufig in dem Wunsch, dass sie in die Gesellschaft hineinwirken zugleich aber aus ihr entspringen.“, so beschreibt Ute Diez ihr künstlerisches Schaffen.

Das Projekt trägt dazu bei, dass die Gesellschaft in Deutschland die Perspektiven und Erfahrungen der fast 4 Millionen hier lebenden Schutzsuchenden sowie der Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte (25 % der Bevölkerung Deutschlands) besser versteht, einordnet und mit Flucht und Vertreibung in der eigenen Geschichte in Beziehung setzt. Ein Anliegen, das angesichts des erstarkenden Rechtsextremismus und der zunehmenden Infragestellung von Menschenrechten alle Menschen angeht.

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