Tag der Deutschen Einheit 2026
Foto: HL · Mehrere Veranstaltungen in Lübeck am 3. Oktober 2026
Der 3. Oktober ist ein besonderes Datum: Seit 1990 wird er als Tag der Deutschen Einheit gefeiert, als der Tag, an dem die Teilung zwischen Bundesrepublik und DDR offiziell überwunden wurde. An dem Nationalfeiertag finden in Lübeck in diesem Jahr gleich mehrere Veranstaltungen statt.
Die Grenzdokumentations-Stätte Lübeck-Schlutup in der Mecklenburger Straße 12 öffnet von 10 bis 17 Uhr ihre Türen. Das ehemalige Zolldienstgebäude im Lübecker Stadtteil Schlutup wurde ab 1979 vom Bundesgrenzschutz und dem Zoll für die Zollabfertigung genutzt und gehörte zur Anlage des nördlichsten Grenzüberganges der innerdeutschen Grenze. Das Zolldienstgebäude stellt das einzige erhaltene Gebäude des westdeutschen Teils des Grenzübergangs Lübeck-Selmsdorf dar.
Zum Tag der Deutschen Einheit 2026 wird es von 10 bis 17 Uhr Führungen durch die Sonderausstellung „Gewachsen. Geteilt. Geeint“ sowie Gespräche mit Zeitzeug:innen geben. Ab 12 Uhr starten zwei ehemalige Mitarbeiter des Bundesgrenzschutzes immer zur vollen Stunde zu den „Grenzspaziergängen“ im Außenraum der Anlage. Vor dem Gebäude wird zum geselligen Beisammensein mit Snacks und Getränken eingeladen.
Das Kino Koki in der Mengstraße 35 zeigt an dem Tag drei Filme mit Bezug zur deutsch-deutschen Geschichte. Um 13 Uhr präsentiert C. Cay Wesnigk mit „Kinder, Kader, Kommandeure“ eine Realsatire über den Weg der DDR von ihrer Staatsgründung bis zu ihrem 40. Jahrestag – ein Kompilationsfilm, der DDR-Geschichte im Spiegel von Wochenschauen und Propagandafilmen zeigt.
Um 15.30 Uhr wird der Dokumentarfilm „Hiddensee“ gezeigt. Dieser erzählt von der wechselvollen Geschichte der Ostseeinsel Hiddensee als eines Sehnsuchtsortes, an dem sich Natur, Kunst und deutsche Geschichte überlagern. Um 18 Uhr findet eine Vorstellung des Spielfilms „Spaziergang nach Syrakus“ mit Charly Hübner und Lina Beckmann statt. Der Eintritt beträgt acht Euro, ermäßigt sechs Euro.
Das Willy-Brandt-Haus Lübeck in der Königstraße 21 bietet um 15 Uhr eine kostenfreie Führung zu „Willy Brandts Ost- und Deutschlandpolitik“ an. Willy Brandt hatte sich bereits in den 1950er Jahren als Regierender Bürgermeister Berlins für die deutsche Einheit starkgemacht. Durch die „Neue Ostpolitik“ versucht er diesem Ziel näherzukommen. Doch der Weg zu einer Annäherung mit dem anderen Deutschen Staat ist schwierig und von vielen Rückschlägen geprägt. Nach Brandts Kanzlerschaft dauert es noch 16 Jahre, bis die Einheit gelingt. Heute sind der Fall der Mauer und die Deutsche Einheit inspirierende Ereignisse, die uns beweisen, dass auch tiefe Gräben überwunden werden können.
Das Kollektiv Urban Projection veranstaltet am 3. Oktober um 19 Uhr auf dem Lübecker Koberg ein Spektakel aus Film, Theater und Kulinarik. Hierbei geht es um Essen, Kochen und deutsch-deutsche Hindernisse, die sich in ost-west-gemischten Küchen auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung auftun. So viel sei verraten: Am Ende gibt es versöhnlichen Eintopf für alle. Am Sonntag, 4. Oktober 2026, findet um 19 Uhr an der Lutherkirche, Moislinger Allee 96, eine weitere Aufführung statt. Der Eintritt ist frei, Hutkasse wird erbeten. Gespielt wird bei jedem Wetter.
Um 23 Uhr lädt St. Petri zu Lübeck zur Petrivision „Mauer“ aus der Reihe BAUSTELLEN ein. Am Tag der Deutschen Einheit geht es um Mauern, die schützen und Räume schaffen, aber auch trennen und ausschließen. Welche Mauern brauchen wir, und welche müssen fallen? Reden, literarische Texte, Musik und Licht verbinden sich zu einer einstündigen Inszenierung im nächtlichen Kirchenraum. Es sprechen Dr. Andreas Wagner, Historiker und Leiter des Grenzhus Schlagsdorf, Stadtplaner Prof. Frank Schwartze und Pastorin Elisabeth Hartmann-Runge. Regie führen Sigrid Dettlof und Mathis Dieckmann. Das Petri-Café öffnet ab 22 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
Diejenigen, die den Feiertag eher sportlich begehen möchten, können sich einer organisierten Wanderung oder einer Fahrradtour anschließen.
Die Organisatoren von „Marsch am Meer“ bieten unter dem Motto „Innerdeutscher Grenzgänger“ einen vier Strecken umfassenden Rund-Marsch an (7 km, 14 km, 27,5 km oder 55 km). Start (und Zielpunkt) ist um 8.08 Uhr in direkter Nähe der Grenzdokumentations-Stätte Lübeck-Schlutup. Genauere Informationen zu den Tickets und den Versorgungsstationen sind unter www.marsch-zum-meer.de/grenzgaenger-tag-der-deutschen-einheit/ erhältlich.
Der ADFC Lübeck lädt zu einer Fahrradrundtour ein. Unter dem Stichwort „Geschichte trifft Natur“ fahren die Teilnehmenden entlang des Grünen Bandes zwischen der Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup und dem Grenzhus Schlagsdorf. Beide Grenzmuseen erinnern an die Entstehung der innerdeutschen Grenze und ihre unterschiedlichen Folgen für die Menschen in Ost und West. Gleichzeitig stehen sie aber auch für die friedliche Überwindung der Grenze.
37 Jahre nach der Grenzöffnung möchte der ADFC Lübeck gemeinsam mit der Hansestadt Lübeck und dem Grenzhus Schlagsdorf daran erinnern, dass die Zukunft nur gemeinsam und im wechselseitigen Respekt entstehen kann. Auf der Strecke erfahren die Teilnehmenden, wie sich aus einer tödlichen Grenze eine Erinnerungslandschaft und ein geschützter Biotopverbund entwickeln konnte. Die rund 65 Kilometer lange, mittelschwere Tour führt auf Mecklenburger Seite nach Schlagsdorf und auf Schleswig-Holsteiner Seite wieder zurück. Die Gruppe startet um 10 Uhr am Werkhof in Lübeck, macht Halt in der Grenzdokumentationsstätte in Schlutup und wird in Schlagsdorf im Grenzhus mit einem Kuchenbüffet willkommen geheißen. Wer mitfahren möchte, kann sich beim ADFC Lübeck unter www.touren.adfc-luebeck.de anmelden.
