Justizminister Uwe Döring würdigt Justizvollzugsanstalt Lübeck für ihre gute Arbeit im modernen Strafvollzug

Lübeck – Justizminister Uwe Döring hat heute (1. April) die Justizvollzugsanstalt Lübeck für ihre herausragende Arbeit im Bereich des modernen Strafvollzugs gewürdigt. „Die insgesamt 322 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der JVA Lübeck leisten auch unter schwierigen Bedingungen eine professionelle und engagierte Arbeit bei der Betreuung der Gefangenen“, sagte Döring in Lübeck anlässlich der Feier zum 100-jährigen Bestehen der Justizvollzugsanstalt. Die zwischen 1906 und 1909 errichtete Justizvollzugsanstalt sei mit 561 Haftplätzen, davon 84 Plätze für Frauen, nicht nur die größte JVA des Landes, sondern gehöre im Bereich des modernen Strafvollzugs zu den fortschrittlichen Einrichtungen in Deutschland.
In der JVA Lübeck sind vor allem Gefangene mit langen Haftstrafen untergebracht. Aktuell verbüßen 286 Insassen eine Freiheitsstrafe von mehr als fünf Jahren. „Gerade um die Gefangenen mit längeren Haftstrafen kümmern wir uns mit einem besonders intensiven Betreuungsangebot“, betonte Döring. Nach seinen Worten stehen in der JVA Lübeck unter anderem fünf Psychologinnen und Psychologen sowohl für die Gefangenen des geschlossenen und offenen Vollzuges als auch für die Beratung der Bediensteten im Umgang mit den Gefangenen zur Verfügung. Zusätzlich sind in der Anstalt externe Psychologen, die von freien Trägern gestellt werden, mit der Behandlung von Gefangenen beauftragt.
Eine weitere Besonderheit der Anstalt sei zudem die Einrichtung einer Sozialtherapie. Hier werden von drei hauptamtlichen Psychologen international anerkannte Therapieverfahren für die Behandlung von Gewalt- und Sexualstraftätern angewandt. Insgesamt können 39 Gefangene in der Sozialtherapie untergebracht werden. Für eine therapeutische Behandlung nach der Haftentlassung wird zurzeit in Lübeck eine Nachsorgeambulanz aufgebaut. Diese wird eng mit der Bewährungshilfe, den Psychologen des Vollzuges und einem freien Träger vor Ort, der auch andere Problemlage von Gefangenen bearbeiten kann, zusammenarbeiten.
Die Nachsorgeeinrichtung wird nach Worten von Döring noch in diesem Jahr aufgebaut und sei damit eine der ersten Einrichtungen dieser Art im Bundesgebiet. Zurzeit werden zudem Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer in dem Vertiefungsgebiet „Behandlung von Sexualstraftätern“ spezialisiert. Auch mit dieser Fortbildung ist Schleswig-Holstein mit eines der ersten Länder.
Der Minister wies zudem darauf hin, dass die JVA in den vergangenen Jahrzehnten ständig erweitert und modernisiert worden ist. In den Jahren 2006 und 2007 ist – wie für alle Anstalten in Schleswig-Holstein – nach einer Bestandsaufnahme aller Gebäude eine Gesamtplanung der Anstalt für die nächste Jahrzehnte aufgestellt worden. Darüber hinaus wurde die 4,50 m hohe und 100 Jahre alte Mauer durch eine 6 m hohe und 1,1 km lange Umwehrung ersetzt. Geplant ist auch die Neuerrichtung der Pforte mit integrierter Sicherheitszentrale an einer anderen Stelle auf dem Anstaltsgelände. Die hohen Anforderungen an die Sicherheit in einer Vollzugsanstalt Lübeck haben diese Maßnahmen erforderlich gemacht. Ferner sind mehrere Unterkunfts-, Arbeits- und Versorgungsbereiche für eine Neuerrichtung überplant worden.
