BfL: Hafenwirtschaft braucht Entwicklungspotentiale
Der Hafen und zumal der Skandinavienkai sind für die Lübecker Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Viele Logistikfirmen mit tausenden von Arbeitsplätzen und in Folge hohen Steuereinnahmen hängen von den Häfen ab. Wenn nun absehbar ist, dass die Flächen in Travemünde nicht mehr ausreichen, dann ist es zweifellos richtig und angebracht, über die doch beschränkte Erweiterung in Richtung Dummersdorfer Ufer nach zu denken. Wo denn sonst?
Im Gegensatz zum Hafenumschlag besteht für den Naturschutz immerhin die Möglichkeit, qua Ausgleichsflächen bzw. –maßnahmen adäquaten Ersatz zu schaffen. Das Bemühen der Umweltschützer sollte deshalb auch lieber auf frühzeitige Identifizierung und Planung von solchen Ausgleichsmaßnahmen gerichtet sein, die wohlmöglich sogar noch höherwertigen Naturschutz ermöglichen, als er am Dummersdorfer Ufer nahe des Skandinavienkais gegeben ist.
Im Übrigen gilt das Zurücktreten bzw. Verlagern von Interessen nicht nur für den Umweltschutz. Die BfL vertreten seit jeher die Position der Hafenwirtschaft, dass die Möglichkeit zur Zweischiffigkeit der Trave im Mündungsbereich erhalten bleiben muss. Auch das Waterfrontprojekt – obschon gewünscht – mag deswegen wenige Meter Einschränkungen der unmittelbaren Wasserrandbebauung hinnehmen. Es bleibt dabei: Der Hafen muss sich alternativlos am Wasser erweitern können.
