Politik & Wirtschaft

Doppelmoral der Grünen hilft uns im Kampf gegen Drogen nicht weiter

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Am 31. Mai 2006 haben die Grünen die Ankündigung eines Rauchverbots in allen Nahverkehrszügen mit den Worten „Zukünftig werden die Fahrgäste in Schleswig-Holstein nicht mehr den krebserregenden Rauchschwaden ihrer Mitreisenden ausgesetzt. Ich begrüße diesen wichtigen und richtigen Schritt der Landesregierung“ kommentiert.Am 16. Dezember 2005 erklärte die ehemalige sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Monika Heinold, MdL: „Jedes Jahr sterben in Deutschland 3300 Nichtraucher und Nichtraucherinnen an den Folgen des so genannten Passivrauchens, 60 von ihnen sind Säuglinge.

Das Einstiegsalter von Jugendlichen für das Rauchen sinkt seit Jahren. Mit derzeit statistisch 11 Jahren sind es heute Kinder, die mit dem Rauchen beginnen,“ und forderte ein generelles Rauchverbot für alle Räume des Landtages. Diese Aussage begrüße ich ausdrücklich. Sie passt aber nicht zu den Vorwürfen gegen Justizminister Döring nach seiner Ankündigung, die Eigenbedarfsgrenze für Cannabis zu senken. Cannabis ist nach wie vor die am weitesten verbreitete illegale Droge in Schleswig-Holstein. Der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung vom 3. Mai 2006 hat ergeben, dass ein Viertel aller Jugendlichen mindestens einmal Cannabis konsumiert haben. Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass das Einstiegsalter in den letzten Jahren gesunken ist und aktuell bei 16,4 Jahren liegt.

Die Folgen sind verheerend, je früher die Jugendlichen zum Joint greifen, desto größer ist das Risiko für eine psychische Abhängigkeit. Um diesem Trend zu begegnen, ist es notwendig, frühzeitig einsetzende Beratungs- und Hilfsangebote vorzuhalten. Nach Ansicht der Bundesregierung liegt in der Tabakprävention eine Schlüsselfunktion. Wer keine Zigarette raucht, wird auch nicht so schnell zum Joint greifen. Wichtig ist daher sowohl die Prävention im Tabakbereich als auch im Cannabisbereich. Dies beweisen auch Zahlen der jüngst veröffentlichten ISO-Studie (Dokumentation der ambulanten Suchthilfe der Landesregierung). Hiernach kamen im Jahr 2001 9% aller Hilfesuchenden mit Cannabishintergrund in die Betreuung. Im Jahr 2004 waren es schon 11%, die Tendenz ist steigend. Die Zahlen belegen, dass es auf Grund des gestiegenen Cannabismissbrauchs zu einer strukturellen Prävention kommen muss. Hierzu gehört, dass die Menge für den straffreien Eigenverbrauch in Schleswig-Holstein gesenkt wird. Denn: Wer bereits an der Droge hängt, ist für Präventionsmaßnahmen nicht mehr zu erreichen.