Ein Kaufhaus wird zum Bildungshaus
Foto: HL · Digitales Baustellentagebuch dokumentiert die aufwendige Umwandlung.
Es ist eines der ambitioniertesten und bedeutendsten Bauvorhaben in der Lübecker Innenstadt: Die Transformation des ehemaligen Karstadt-Gebäudes am Schrangen (Haus B) in ein modernes Bildungshaus. Ab sofort macht die Hansestadt diesen architektonischen Kraftakt transparent und startet den Blog „Vom Kaufhaus zum Bildungshaus“. Regelmäßig erhalten Bürger:innen exklusive Einblicke in eine Baustelle, die weit mehr ist als eine Sanierung – es ist eine baurechtliche und logistische Herkulesaufgabe.
Auf rund 9.500 Quadratmetern Bruttogrundfläche entsteht ein Zentrum für Schulen, Hochschulen und Begegnung. Doch der Weg dorthin erfordert radikale Eingriffe in die bestehende Substanz. Da sowohl Kaufhäuser als auch Schulen im deutschen Baurecht als Sonderbauten gelten, prallen hier zwei Welten mit gegensätzlichen Anforderungen aufeinander.
Bauliche Metamorphose: Akustik, Licht und Sicherheit
Wo früher offene Verkaufsflächen dominierten, müssen nun kleinteilige Lernlandschaften entstehen. Die Herausforderungen sind dabei immens:
- Vom Lichtmangel zur Konzentration: Während Kaufhäuser oft auf künstliche Belichtung setzen, um Waren zu schützen, erfordert der Schulbetrieb ein Maximum an natürlichem Licht und eine präzise steuerbare Frischluftzufuhr zur CO2-Regulierung.
- Akustik statt Hintergrundmusik: Große Hallen weichen Räumen mit strengen Normen zur Nachhallzeit, um Sprachverständlichkeit und Konzentration zu garantieren.
- Brandschutz-Upgrade: Die massiven Treppenanlagen eines Kaufhauses, konzipiert für Kundenströme, müssen den spezifischen Anforderungen der Schulbau-Richtlinie (SchulBauR) angepasst werden: Also Rolltreppen raus und Modifizierung der Treppen. Dabei zählt nicht nur die Breite, sondern auch die Sturzprävention und die Sicherstellung zweiter baulicher Rettungswege.
Das Baustellentagebuch wird regelmäßig über diese technischen Finessen, aber auch über sichtbare Meilensteine wie den Umbau der Außenanlagen zu Pausenhöfen berichten.
Interessierte können den Wandel des Quartiers ab sofort digital auf den offiziellen Seiten der Hansestadt Lübeck unter www.luebeck.de/bildungshaus-blog mitverfolgen.
