Gesundheitliche Versorgungsplanung: Unterstützung für Pflegeeinrichtungen und Bewohner
Die Frage, wie wir am Lebensende versorgt werden möchten, wird oft erst dann gestellt, wenn eine akute gesundheitliche Krise eintritt. Viele Menschen wünschen sich, dass ihre Vorstellungen und Werte für die letzte Lebensphase frühzeitig besprochen und berücksichtigt werden.
Die Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (GVP) nach § 132g SGB V bietet Bewohnern stationärer Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe die Möglichkeit, sich in ausführlichen Gesprächen mit speziell qualifizierten Beratern über ihre Wünsche, Ziele und Vorstellungen der medizinischen Versorgung auseinanderzusetzen und diese zu dokumentieren.

Mit diesem Thema beschäftigt sich auch die Arbeitsgruppe „Langzeitpflege“, eine von mehreren Arbeitsgruppen des Hospiz- und Palliativnetzwerks Lübeck. „Gleich beim ersten Treffen wurde deutlich, dass die Gesundheitliche Versorgungsplanung, kurz GVP, vielen Einrichtungen, Bewohnern sowie ihren Angehörigen noch nicht ausreichend bekannt ist. Dabei kann sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Sicherheit für alle Beteiligten zu schaffen und Entscheidungen in schwierigen Situationen zu erleichtern“, so Dr. med. Tom Schmidt, Palliativmediziner an den Sana Kliniken Lübeck und neben Maria Altenburg, Koordinatorin der Lübecker Hospizbewegung, Vorsitzender der Arbeitsgruppe.
„Wir möchten deshalb dazu beitragen, das Thema stärker in das Bewusstsein von Pflegeeinrichtungen, Mitarbeitenden, Bewohnern sowie deren Angehörigen zu rücken. Wer sich rechtzeitig mit den Möglichkeiten der Gesundheitlichen Versorgungsplanung beschäftigt, kann wichtige Weichen für die eigene Versorgung stellen und dazu beitragen, dass die letzte Lebensphase möglichst selbstbestimmt gestaltet werden kann“, betont Daniela Rehder, Pflegedienstleitung vom Pflege Zentrum Travemünder Allee.
Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Mitgliedern unterschiedlicher Berufsgruppen zusammen. Vertreten sind sowohl der ärztliche als auch der pflegerische Bereich aus ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen. Durch diese interprofessionelle und sektorenübergreifende Zusammenarbeit gelingt es, verschiedene Perspektiven und Erfahrungen einzubringen.
Die Arbeitsgruppe wird auch künftig daran arbeiten, Informationen zur Gesundheitlichen Versorgungsplanung verständlich und praxisnah weiterzugeben. Ziel ist es, Bewohnern von Pflegeeinrichtungen, ihren Angehörigen sowie den Mitarbeitenden mehr Sicherheit im Umgang mit Fragen der letzten Lebensphase zu geben. Denn frühzeitig geführte Gespräche über persönliche Wünsche und Behandlungsziele können dazu beitragen, dass Entscheidungen in schwierigen Situationen im Sinne der Betroffenen getroffen werden – und ein selbstbestimmtes Leben bis zuletzt möglich bleibt.
Die Wichtigkeit der Gesundheitlichen Versorgungsplanung ist unter anderem im Rahmen eines Workshops auf dem 2. Lübecker Hospiz- und Palliativforum am 18. November 2026 geplant. Interessierte Pflegeeinrichtungen und Fachkräfte können sich bei Fragen an das Hospiz- und Palliativnetzwerk Lübeck wenden.
