GRÜNE begrüßen Ausbau der E-Bus-Flotte – Jetzt Ladeinfrastruktur im Stadtgebiet konsequent weiterentwickeln
Die GRÜNE Bürgerschaftsfraktion begrüßt den angekündigten Ausbau der Elektrobusflotte der Stadtwerke Lübeck ausdrücklich. Noch in diesem Jahr wächst die Flotte um 30 Fahrzeuge auf insgesamt 86 Elektrobusse. Bis 2030 sollen mindestens 70 Prozent der Busflotte elektrisch unterwegs sein – ein wichtiger Meilenstein für die Verkehrswende in Lübeck und ein bedeutender Beitrag zur Erreichung der städtischen Klimaziele. Gleichzeitig besteht weiterer Handlungsbedarf beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für den öffentlichen Nahverkehr.
Dazu Arne-Matz Ramcke, verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion:
„Der Ausbau der E-Bus-Flotte ist eine hervorragende Nachricht für Lübeck und ein starkes Signal dafür, dass die Verkehrswende vor Ort Fahrt aufnimmt. Der ÖPNV ist das Rückgrat einer nachhaltigen Mobilität und spielt eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Verkehrswende. Wer die Klimaziele ernst nimmt, muss konsequent in einen attraktiven und emissionsfreien Nahverkehr investieren.
Gerade der Verkehrssektor gehört zu den größten Herausforderungen beim Klimaschutz. Wenn wir die beschlossenen Klimaziele erreichen wollen, brauchen wir einen attraktiven, leistungsfähigen und klimaneutralen öffentlichen Nahverkehr. Jeder zusätzliche Elektrobus verbessert die Luftqualität, reduziert den CO₂-Ausstoß und macht den ÖPNV noch zukunftsfähiger. Zudem sind E-Busse deutlich leiser unterwegs, wodurch speziell in eng bebauten und stark frequentierten Bereichen der Stadt mit einer Lärmreduktion zu rechnen ist, was wiederum die Lebens- und Aufenthaltsqualität steigert.
Gleichzeitig erfüllen die Stadtwerke mit der Elektrifizierung ihrer Flotte einen wichtigen Baustein des Regionalen Nahverkehrsplans, der den öffentlichen Verkehr als Rückgrat nachhaltiger Mobilität weiter stärken soll.
Gleichzeitig dürfen wir uns auf dem Erreichten nicht ausruhen. Der nächste konsequente Schritt ist der weitere Ausbau der E-Bus-Flotte und vor allem der Ladeinfrastruktur. Bislang werden die Busse im Betriebshof geladen. Das bedeutet, dass die Umläufe so geplant werden müssen, dass die Fahrzeuge mit ausreichender Restkapazität wieder den Betriebshof erreichen. Hier liegt aus unserer Sicht noch erhebliches Potenzial.
Zukünftig sollten die Pausen und Wendezeiten der Fahrer*innen zum Zwischenladen der Busse genutzt werden. Dieses sogenannte „Opportunity Charging“ wird in zahlreichen Städten bereits erfolgreich eingesetzt. Köln hat hier frühzeitig Maßstäbe gesetzt. Dort werden Elektrobusse an Endhaltestellen über automatische Pantographen mit hoher Leistung nachgeladen. Dadurch können sie nahezu den gesamten Betriebstag im Einsatz bleiben. Auch die Stadtwerke Lübeck sollten diesem Beispiel folgen und ein Konzept für Schnellladestandorte an wichtigen Endhaltestellen und Umsteigeknoten entwickeln.
Dabei sollte untersucht werden, welche Standorte sich besonders eignen, welche betrieblichen Vorteile entstehen und welche Fördermöglichkeiten genutzt werden können. Ebenso sollte geprüft werden, ob leistungsfähige Ladepunkte künftig gemeinsam mit Ladeinfrastruktur für elektrische Lkw oder andere kommunale Nutzfahrzeuge genutzt werden können. Solche Synergien würden Investitionskosten senken und den Ausbau der Ladeinfrastruktur insgesamt beschleunigen.“
Birte Duggen, Bürgerschaftsmitglied der GRÜNEN Fraktion ergänzt:
„Die aktuellen Investitionen in die Elektrifizierung der Busse zeigen auch, dass die Transformation des öffentlichen Nahverkehrs ohne eine verlässliche Unterstützung des Bundes kaum gelingen kann. Elektrobusse kosten heute noch deutlich mehr als vergleichbare Dieselfahrzeuge. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich, dass der Bund die Förderung für die Beschaffung neuer E-Busse wieder aufgenommen hat und Lübeck hiervon profitiert. Die Elektrifizierung kommunaler Busflotten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und darf nicht allein den Städten und kommunalen Verkehrsunternehmen aufgebürdet werden.
Die Verkehrswende endet nicht mit der Beschaffung neuer Busse. Sie gelingt nur, wenn wir Fahrzeuge, Infrastruktur und Betrieb gemeinsam weiterentwickeln. Genau dafür setzen wir uns als GRÜNE ein. Dass die Stadtwerke diese wichtigen Zukunftsinvestitionen heute überhaupt stemmen können, ist auch Ergebnis politischer Entscheidungen. Wir haben uns in der Vergangenheit ausdrücklich für die Kapitalerhöhung der Stadtwerke eingesetzt, weil wir überzeugt sind, dass starke kommunale Unternehmen die Grundlage für eine erfolgreiche Energie- und Verkehrswende sind. Wer Klimaschutz ernst meint, muss auch bereit sein, die notwendigen Investitionen in moderne Fahrzeuge und die dazugehörige Infrastruktur zu ermöglichen. Deshalb werden wir diesen Weg auch weiterhin mit Nachdruck unterstützen.“
