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Politik & Wirtschaft

In NRW fehlen Heimplätze: Pflegebedürftige Menschen müssen lange suchen / bpa warnt nach aktueller Umfrage vor massiven Versorgungslücken in der Altenpflege

Düsseldorf (ots) – Pflegeheime in Nordrhein-Westfalen (NRW) müssen 85 Prozent aller Anfragen von Pflegebedürftigen ablehnen. „Die Einrichtungen sind belegt, den Aufbau weiterer Kapazitäten hat die Landesregierung in den letzten Jahren aktiv verhindert“, stellt der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) Christof Beckmann klar. Innerhalb einer Woche hatten die an einer landesweiten Umfrage beteiligten Einrichtungen 1.046 Anfragen erhalten und konnten aus Mangel an freien Plätzen 881 davon nicht bedienen. Jede fünfte stationäre Pflegeeinrichtung in NRW hatte sich an der Abfrage beteiligt. „Vorsichtig hochgerechnet erhält NRW-weit innerhalb von nur einer Woche somit mehr als 4.000-mal ein Pflegebedürftiger oder eine Familie bei der Suche nach einem Pflegeheimplatz eine Absage. Das ist eine besorgniserregende Entwicklung“, so Beckmann. „Jede abgelehnte Anfrage bedeutet, dass ein Pflegebedürftiger und seine Familie lange nach der gewünschten oder notwendigen Versorgung suchen müssen und dabei die Wahlfreiheit auf der Strecke bleibt.“ In den vergangenen Jahren habe die NRW-Landesregierung den Neubau von stationären Pflegeeinrichtungen massiv behindert. „Wenn allein in Köln in den nächsten Jahren 50 neue Heime benötigt werden, lässt sich landesweit ein gigantischer Bedarf erahnen“, warnt Beckmann mit Blick auf aktuelle Zahlen aus der Domstadt. „Unsere Umfrage zeigt, dass die Versorgungslücke in der stationären Pflege landesweit schmerzlich spürbar ist. Minister Laumann muss klar sagen, wie er die von den Bürgerinnen und Bürgern benötigten Versorgungskapazitäten sicherstellen will.“ Die Entwicklung drohe sich sogar noch deutlich zuzuspitzen: „Weitere 1.000 bestehende Pflegeheime im Land müssen um ihre Existenz bangen, weil eine drastische Kürzung ihrer Investitionskostenrefinanzierung ab dem Jahr 2021 bevorsteht“, so Beckmann. Zum Hintergrund: Ab 2021 werden die Neuregelungen im Bereich der Investitionskostenförderung (APG/APG DVO) in NRW scharf geschaltet und über 1.000 gemietete Pflegeimmobilien erhalten dann eine im Durchschnitt um 20 Prozent abgesenkte Refinanzierung der Investitionskosten – unabhängig davon, dass sie weiterhin ihre langfristig eingegangenen mietvertraglichen Verpflichtungen in voller Höhe erfüllen müssen. Die erhebliche Finanzierungslücke wird bei vielen betroffenen Einrichtungen dazu führen können, dass sie ihren Betrieb einstellen und viele tausend Pflegeheimplätze im Land verloren gehen. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 11.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 1.700 in Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 335.000 Arbeitsplätze und circa 25.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Die Investitionen in die pflegerische Infrastruktur liegen bei etwa 26,6 Milliarden Euro. Pressekontakt: Für Rückfragen: Norbert Grote, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle, Tel.: 0211/311 39 30, www.bpa.de Original-Content von: bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell

Quelle: presseportal.de