Lübeck plant neues Gymnasium in Moisling
Bedarfsgerechte Antwort auf steigende Schülerzahlen
Die Hansestadt Lübeck reagiert auf die anhaltend hohen und weiter steigenden Schüler:innenzahlen im Bereich der weiterführenden Schulen und beantragt die Errichtung eines zusätzlichen Gymnasiums im Stadtteil Moisling. Ausgehend von der Notwendigkeit eines erweiterten gymnasialen Angebots soll gezielt auf die aktuellen sowie prognostizierten schulischen Herausforderungen reagiert werden.
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Schüler:innen in Lübeck kontinuierlich gestiegen. Gründe hierfür sind unter anderem Zuwanderungsgewinne durch Neubaugebiete sowie Migration. Prognosen zeigen, dass dieser Trend im Grundschulbereich noch bis Ende der 2030er Jahre anhalten und sich zeitversetzt auch in den weiterführenden Schulen deutlich bemerkbar machen wird. Insbesondere die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) führt zusätzlich zu einem erhöhten Raumbedarf und steigenden Schülerzahlen an den Gymnasien.
Während die Gemeinschaftsschulen diese Entwicklung derzeit bewältigen können, stößt die gymnasiale Infrastruktur bereits seit Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen. Hohe Klassenfrequenzen, Raummangel und Übergangslösungen wie Wanderklassen verdeutlichen den Handlungsbedarf. Vor diesem Hintergrund ist die Schaffung zusätzlicher Gymnasialplätze erforderlich, um allen Eltern und Schüler:innen weiterhin ein bedarfsgerechtes Angebot zu gewährleisten.
Der geplante neue Schulstandort in Moisling ist aus Sicht der Schulentwicklungsplanung besonders geeignet. Der Stadtteil verfügt bislang über kein eigenes gymnasiales Angebot, weist jedoch eine vergleichsweise junge Bevölkerungsstruktur auf. Gemeinsam mit den angrenzenden Stadtteilen Buntekuh und St. Lorenz Süd ergibt sich ein erhebliches Potenzial an zukünftigen Gymnasialschüler:innen. Das neue Gymnasium soll perspektivisch eine wichtige Entlastungsfunktion für bestehende Schulen übernehmen und gleichzeitig die Bildungsinfrastruktur im Stadtteil stärken.
Geplant ist zunächst ein zweizügiger Aufbau in den Klassenstufen 5 bis 10 mit einem Start zum Schuljahr 2028/2029. Für den Aufbau der gymnasialen Oberstufe ist eine Kooperation mit der benachbarten Heinrich-Mann-Gemeinschaftsschule möglich. Das pädagogische Konzept soll unter anderem einen gebundenen Ganztag, selbstgesteuertes Lernen, die Stärkung praktischen Lernens sowie eine enge sozialräumliche Vernetzung im Stadtteil umfassen.
Für das neu zu gründende Gymnasium stände der Hansestadt Lübeck in Moisling auf dem Schulcampus bereits ein Schulgebäude zur Verfügung, das vom Raumangebot in etwa die für die Zweizügigkeit benötigte Größe für ein Gymnasium der Klassenstufen 5-10 aufweist. In diesem Schulgebäude hat bislang der Unterrichtsbetrieb der Astrid-Lindgren-Schule stattgefunden. Für den künftigen Betrieb des Förderzentrums Astrid-Lindgren ohne eigene Klassenbildung kann der verbleibende Raumbedarf im Schulgebäude am Standort der Alten Schule Moisling realisiert werden. Die Vereine wurden in einem direkten Gespräch über den angepassten, erweiterten schulischen Bedarf am Standort der Alten Schule Moisling informiert, wobei Nutzungskonflikte ausgeschlossen wurden.
Das Land Schleswig-Holstein hat signalisiert, die Planungen der Hansestadt Lübeck grundsätzlich zu unterstützen. Ob und wie das Vorhaben umgesetzt wird, ist Teil der nun folgenden Beratungen und Entscheidungsprozesse im Ministerium, der Verwaltung und der Lübecker Bürgerschaft.
Mit der geplanten Neugründung eines Gymnasiums setzt die Hansestadt Lübeck ein klares Zeichen für eine zukunftsorientierte Schulentwicklung und stellt sicher, dass auch künftig ausreichend und wohnortnahe Bildungsangebote für alle Schüler:innen zur Verfügung stehen.









