Politik & Wirtschaft

Netzwerktreffen Innenstadt in Heiligenhafen: Erfolgreiche Beispiele gegen Leerstand

Foto: IHK zu Lübeck / Petersen · Wie können Innenstädte attraktiv bleiben und Leerstände vermieden werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Wirtschaft und Stadtentwicklung beim Netzwerktreffen Innenstadt der IHK zu Lübeck im Heiligenhafener Rathaus. Im Mittelpunkt standen aktuelle Daten zur Entwicklung des Einzelhandels, erfolgreiche Praxisbeispiele aus Schleswig-Holstein und der Austausch über wirksame Instrumente zur Stärkung der Zentren.

Zum Auftakt stellte Bürgermeister Kuno Brandt die Entwicklung Heiligenhafens als Tourismusstandort vor. Der Tourismus sei ein zentraler Wirtschaftsfaktor und leiste einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung der Stadt. Zugleich gelte es, die vielen Gäste stärker in die Innenstadt zu lenken und die Verbindung zwischen touristischen Schwerpunkten und dem Stadtkern weiter zu verbessern.

Anschließend stellte Inis Jansen vom Landes-Innenministerium das Flächenmanagementkataster sowie die Ergebnisse der landesweiten Einzelhandelserfassung 2024 vor. Das digitale Instrument stellt Kommunen umfangreiche Informationen zu Einzelhandelsstandorten, Hauptwarengruppen, Betriebstypen und Leerständen zur Verfügung und unterstützt sie bei der strategischen Entwicklung ihrer Zentren. „Hauptwarengruppen, Betriebstypen, Leerstände und viele Informationen mehr wurden zu allen Einzelhandelsstandorten in Schleswig-Holstein erfasst“, so Jansen.

Ein konkretes Erfolgsbeispiel präsentierte Katrin Jester von der Stadt Mölln. Sie stellte den Pop-up-Store „Laden auf Zeit“ vor, der aus dem Innenstadtförderprogramm des Landes entstanden ist. Für zehn Euro pro Tag können Gewerbetreibende und Gründende Ladenflächen zeitweise nutzen und Geschäftsideen testen. Aus dem Projekt sind bereits drei dauerhafte Geschäftsansiedlungen hervorgegangen und es wird inzwischen langfristig fortgeführt. „Der Pop-up-Store hat sich zu einem effektiven Instrument zur Belebung der Innenstadt entwickelt mit der Möglichkeit, Geschäftsideen oder den Standort Innenstadt unverbindlich auszuprobieren“, betonte Jester.

Im Anschluss sprach Stefan Müller-Schleipen von Die Stadtretter GmbH über erfolgreiche Ansätze im Leerstandsmanagement. Er machte deutlich, dass Leerstand nicht nur die Attraktivität einer Innenstadt beeinträchtigt, sondern auch wirtschaftliche Folgen für Handel, Kommunen und Immobilieneigentümer haben kann. Erfolgreiche Stadtentwicklung brauche deshalb aktive Netzwerke, neue Nutzungen und Menschen, die Entwicklungen vor Ort koordinieren. „Heute kamen Menschen zusammen, die nicht nur über Leerstand, Frequenz und Aufenthaltsqualität sprechen wollen, sondern bereit sind, gemeinsam anzupacken“, freute sich Müller-Schleipen.

Auch die IHK zog ein positives Fazit. „Wir haben wertvolle Inhalte, tolle mutmachende Beispiele und einen sehr guten Austausch erlebt“, sagte Inga Petersen, Referentin für Stadtentwicklung der IHK zu Lübeck.

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