Nigeria: Rädelsführer des Yelewata-Massakers angeklagt
(Open Doors, Kelkheim) – Positive Nachrichten aus Nigeria: Am 2. Februar 2026 sind im Zusammenhang mit dem Massaker von Yelewata (Juni 2025) neun Männer vor dem Bundesgerichtshof in der Hauptstadt Abuja angeklagt worden. Außerdem sind mindestens 80 der 166 Christen, die am 18. Januar 2026 aus drei Kirchen in Kurmin Wali verschleppt wurden, wieder nach Hause zurückgekehrt.
Vorbereitungen des Massakers werden untersucht
Knapp acht Monate nach dem tödlichen Angriff auf die christliche Ortschaft Yelewata (Verwaltungsbezirk Guma/Bundesstaat Benue) wird neun Männern jetzt der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft hat sie am 2. Februar in 57 Punkten des Terrorismus angeklagt. Am 13. Juni des vergangenen Jahres hatten bewaffnete Männer die Ortschaft gestürmt, Gebäude in Brand gesetzt und schlafende Familien sowie Binnenvertriebene getötet. Viele der Opfer hatten nach gewalttätigen Angriffen auf ihre eigenen Dörfer in Yelewata Zuflucht gesucht. Überlebende berichteten, dass die Angreifer nach dem Anzünden der Häuser die Fliehenden gezielt mit Macheten oder Schusswaffen töteten.
Gerichtsdokumenten zufolge trafen sich die Männer im Vorfeld der Tat im benachbarten Bundesstaat Nasarawa, um Geld zu beschaffen, Anweisungen zu erteilen und Kämpfer zu rekrutieren. Mehrere Angeklagte werden beschuldigt, AK-47-Gewehre geliefert, die Bewaffneten unterstützt oder sichere Orte für die Planung bereitgestellt zu haben. Die Angeklagten plädierten auf „nicht schuldig“ in allen 57 Punkten. Das Verfahren wurde bis zum 26. und 27. Februar 2026 vertagt, um die Verhandlung zu beginnen.
„Morde koordiniert und vorsätzlich“
„Diese Anklagen und Ermittlungen sind außerordentlich begrüßenswert“, sagt John Samuel*, Rechtsexperte von Open Doors für die Region Subsahara-Afrika. „Wir fordern seit langem eine wirksame Strafverfolgung, um den zahlreichen Opfern der Gewalt in Nigeria gerecht zu werden. Wir begrüßen die Maßnahmen der nigerianischen Regierung zur Einleitung von Ermittlungen und fordern die Behörden nachdrücklich auf, dies zu einem Präzedenzfall zu machen, um Gewalt und weit verbreitete Straflosigkeit dauerhaft einzudämmen.“
Samuel fährt fort: „Das Massaker von Yelewata ist einer der tödlichsten Angriffe in der nördlichen Zentralregion und kein Einzelfall. Die Details der Anklage machen deutlich, dass diese Morde koordiniert und vorsätzlich waren und es sich nicht um sporadische Zusammenstöße zwischen Gemeinschaften handelte.“
80 befreit – 86 weiterhin in den Händen der Entführer
Erfreuliches ist auch aus Kurmin Wali (Verwaltungsbezirk Kajuru/Bundesstaat Kaduna) zu berichten. Dort waren am 18. Januar 2026 177 Christen aus drei Kirchen verschleppt worden. Einigen von ihnen gelang noch am Tag der Entführung die Flucht. Jetzt berichteten mehrere lokale und internationale Medien, dass weitere 80 der Entführten wieder zu ihren Familien zurückgekehrt sind.
Die 80 Christen sollen geflohen sein und sich zwei Wochen lang in benachbarten Gemeinden versteckt gehalten haben, bevor sie sich auf den Weg nach Hause machten. Der Ortsvorsteher von Kurmin Wali, Ishaku Dan’azumi, bestätigte die Neuigkeiten. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass 86 Menschen weiterhin gefangen gehalten werden.
„Wir appellieren an die Regierung und das Militär, Maßnahmen zu beschleunigen, um die sichere Rückkehr der verbleibenden 86 Menschen zu gewährleisten, die sich noch im Lager der Banditen befinden“, sagte Dan’azumi gegenüber dem Nachrichtenportal PUNCH Online.
Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Nigeria an 7. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
*Name geändert
Quellen: PUNCH, Open Doors
Bitte beten Sie für die Christen in Nigeria:
- Danken Sie Jesus für die Initiative des Bundesgerichts und dafür, dass auch die Hintergründe der Tat von der Staatsanwaltschaft ins Visier genommen werden.
- Beten Sie um Weisheit für die zuständigen Richter, so dass die volle Wahrheit ans Licht kommt und gerechte Urteile gesprochen werden.
- Danken Sie Jesus dafür, dass bereits so viele der Entführten aus Kurmin Wali wieder nach Hause zurückkehren konnten. Beten Sie um Trost, Stärkung im Glauben und baldige Freiheit für die übrigen, die noch in den Händen ihrer Entführer sind.
- Beten Sie, dass die Behörden immer mehr ihrer Verantwortung zum Schutz der Bevölkerung gerecht werden und gewaltsame Übergriffe wirksam eindämmen können.Foto: Open Doors
