POL-SE: 20260925.1 – Kreis Segeberg/Kreis Pinneberg: Warnung vor Welle von Schockanrufen
Kreis Segeberg / Kreis Pinneberg (ots) –
In den letzten Tagen kommt es in den Landkreisen Pinneberg und Segeberg vermehrt zu so genannten Schockanrufen. Die Anrufer geben sich als Ärtze, Staatsanwalt oder auch als Polizeibeamte aus. Vornehmlich ältere Personen werden kontaktiert und ihnen ein Unglücksfall eines nahen Angehörigen geschildert. Aber auch die Erfordernis eines dringend benötigten Medikamentes aufgrund schwerer Krankheit/Verletzung wird durch die Betrüger suggeriert.
Die Polizei warnt vor dieser Masche und wendet sich mit Tipps an die Bevölkerung.
Zur Mitternacht am Dienstag (22.09.26) rief ein vermeintlicher Staatsanwalt eine Frau in Wedel an und erklärte, dass ihr Sohn in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt sei und nun eine Kaution gezahlt werden müsse. Die Dame erkannte den Betrugsversuch und beendete das Gespräch vorzeitig.
Am Mittwochnachmittag (23.09.26) meldeten sich um kurz nach 16:00 Uhr ein angeblicher Arzt und ein falscher Polizeibeamter gemeinsam bei einem 90-jährigen Mann in Elmshorn, die nacheinander mit dem Mann und dann mit seiner Frau sprachen. In diesem Fall wurde eine schwere Erkrankung eines nahen Angehörigen vorgetäuscht und dass für die Behandlung ein sehr teures Medikament erforderlich sei. Als das Gespräch vom Arzt an den vermeintlichen Polizisten übergeben worden sei, jedoch die Stimme sich nicht verändert habe, sei die Frau misstrauisch geworden und habe das Gespräch beendet. Zu einem Schaden kam es hier nicht.
Nur etwas über eine Stunde vorher erfolgte ein identischer Anruf bei einer 92-jährigen Frau in Henstedt-Ulzburg. Diesmal forderte eine vermeintliche Ärztin eine hohe Summe Bargeld aus denselben Gründen wie bei dem Senioren in Elmshorn. Als die 92-Jährige ihr Misstrauen aussprach, brach die Anruferin das Gespräch ab.
Ein weiterer Fall spielte sich am Vormittag desselben Tages in Bornhöved ab. Ebenfalls ein Arzt wollte einer 86-jährigen Rentnerin vortäuschen, dass ihr Sohn für eine Krebserkrankung dringend ein lebensrettendes Medikament benötige. Das Vorhaben flog auf, als die Frau sich in das Krankenhaus begeben wollte und zuvor ihrem Mann davon erzählte.
In keinem dieser Fälle ist es zu einem Vermögensschaden gekommen. Wohl aber versetzten die Anrufenden ihre Opfer in Angst. Diese führte in der Vergangenheit wiederholt dazu, dass eben doch hohe Bargeldsummen oder Wertgegenstände, insbesondere Gold und Schmuck an vermeintliche Arzthelfer, Polizisten oder Gerichtsboten übergeben worden sind.
So passierte es am Dienstagnachmittag (22.09.2026) in Pinneberg. Einer 82-jährigen Pinnebergerin wurde mittels zweier Anrufe einer Ärztin und eines Polizeibeamten erklärt, dass die Nichte einen Unfall mit zwei schwer verletzten Personen verursacht habe und nur die Zahlung einer Kaution eine Haft abwenden könne. Schließlich kam es zu einer Übergabe von Wertgegenständen und Bargeld im insgesamt hohen fünfstelligen Bereich an einen unbekannten Mann, der in einem grauen Kleinwagen unterwegs war.
Aus gegebenem Anlass gibt die Polizei abermals folgende Hinweise und Verhaltenstipps:
– Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen oder zu kurzfristigen
Entscheidungen verleiten – egal, wie plausibel eine Situation
zunächst dargestellt wird. – Kontaktieren Sie unbedingt Ihre Angehörigen und hinterfragen die
Richtigkeit eventueller Forderungen. – Geben Sie am Telefon keine Auskünfte über persönliche
Lebensverhältnisse, persönliche Daten oder Ihre finanzielle
Situation. – Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertgegenstände an Ihnen
fremde Personen. Weder an Ihrer Haustür, noch an einem
abgesprochenen Ort. – Seien Sie grundsätzlich skeptisch gegenüber fremden Personen. – Bewahren Sie keine großen Bargeldbeträge zu Hause auf. – Die Polizei verlangt am Telefon niemals Überweisungen auf ein
Konto oder die Übergabe von Bargeld. – Lassen Sie sich den vollständigen Namen des anrufenden
Polizisten oder Arztes sowie dessen Dienstort und Rückrufnummer
geben und legen Sie dann auf. Im Zweifel kontaktieren sie die
Polizei über 110 oder die nächstgelegene Dienststelle und
hinterfragen dort den Anruf. -Die Zahlung einer Kaution ist in
Deutschland nicht üblich.
Rückfragen bitte an:
Polizeidirektion Bad Segeberg
– Pressestelle –
Dorfstr. 16-18
23795 Bad Segeberg
Maik Seidel – Pressesprecher
Telefon: 04551 – 884-2020
E-Mail: oea.badsegeberg.pd@polizei.landsh.de
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