Potcast: So oder so: „Wir werden schuldig.“ Altpräses Manfred Rekowski zu Gast bei Conny&Kurt
Angesichts globaler Krisen fordert Manfred Rekowski, der von 2013 bis 2021 als Präses (Bischof) die Geschicke der Rheinischen Kirche leitete, im Podcast Conny&Kurt eine Rückbesinnung auf die Friedensethik, ohne in naiven Pazifismus zu verfallen. Mit Verweis auf die Barmer Erklärung und Dietrich Bonhoeffer spricht er von notwendiger „Schuldübernahme“. Wer Gewalt anwende, um Opfer zu schützen, werde schuldig – wer sie jedoch unterlasse und die Opfer den Aggressoren überlasse, ebenso. „Jede Anwendung von Gewalt ist eben Schuldübernahme“, so Rekowski, der mahnt, stets eine opferorientierte Perspektive einzunehmen, da es in kriegerischen Konflikten letztlich nur Verlierer gebe.
Manfred Rekowski,, ist ein Wanderer zwischen den Welten. Geboren in Masuren, geprägt durch den Umzug ins Ruhrgebiet und schließlich ins Rheinland, sieht er sich heute als jemanden, der früh „gelernt hat, mit Veränderung zu leben“. Der „Altpräses“ blickt auf eine Institution, die sich zwischen Mitgliederschwund und technologischem Wandel neu erfinden muss.
Rekowski mahnt zur Gelassenheit gegenüber zentralistischen Reformen. Fusionen seien keine Patentlösung: „Bindungskraft entwickeln nach meiner Wahrnehmung nicht neu entstehende Rechtsträger (…), sondern Bindungskraft haben Menschen oder Gebäude oder Themen“. Statt „normierter Einheitsgemeinden“ fordert er Lösungen, die dem lokalen Kontext gerecht werden. Auch bei der Digitalisierung warnt er vor bürokratischem Größenwahn. Statt teurer, eigens entwickelter Finanzsoftware plädiert er für handelsübliche Programme: „Die ganz großen Lösungen, die sind auch manchmal ganz schön teuer“.
Der Mut zu neuen Wegen und die Nähe zum Menschen im Quartier bleiben für ihn die zentrale Aufgabe der aktuellen Generation.
Conny&Kurt
https://youtu.be/ALqDxRz1qNY
