Psychische Gesundheit ist nicht optional!
Die Vergütung der ambulanten Psychotherapie um 4,5% zu verringern zeigt ein strukturelles Problem auf: Die immer weiter steigende Zahl psychischer Erkrankungen wird nicht ernst genommen.Psychotherapeuten sollen zukünftig für weniger Geld arbeiten, obwohl wir Heute bereits einen Engpass der Kapazitäten, gerade bei gesetzlich Krankenversicherten, beobachten.
„Die gesetzlichen Krankenkassen scheinen von sinkendem Bedarf auszugehen, anders lässt sich diese Abwertung nicht verstehen. Wie das mit den Folgen der Isolation während der Corona-Pandemie, immer weiteren Kriegen und wachsenden Zukunftsängsten vereinbar ist müssen sie aber auch erklären.“, sagt der Landessprecher der Linken Schleswig-Holstein, Gerrit Schienke.
Psychische Gesundheit wird weiterhin unterschätzt und weniger ernst genommen als die körperliche Gesundheit. Das ist ein fataler Fehler, welcher uns in der Zukunft auf die Füße fallen wird.
Ein gutes Beispiel dafür ist die neueste Studie über die medizinische Versorgung von Geflüchteten mit psychischen Problemen in drei ostdeutschen Bundesländern. Diese kommt zu dem Schluss, dass die Versorgung psychisch kranker Geflüchteter schwere Mängel aufweist. Nur 1% der Betroffenen erhält eine Behandlung, welche den internationalen Standards entspricht.
Unter den Geflüchteten haben etwa 60% „schwere psychische Belastungen“. Diese zu ignorieren führt laut der Linken bei allen Menschen unabhängig ihrer Herkunft zu Problemen. Sei es eine höhere Suizidrate, ein höherer Rauschmittelkonsum oder auch ein gesteigertes Gewaltpotential.
Die Linke fordert die Bereitstellung ausreichender Kapazitäten der psychotherapeutischen Behandlung. Um dies zu erreichen müsse auch die Vergütung entsprechend gestaltet werden. Kürzen sei keine Option.
