Schmetterlingsfreundlicher Garten: Im Herbst an die nächste Generation denken
Foto:BUND-SH-Sina-Clorius
- Fast die Hälfte aller Schmetterlingsarten in Deutschland im Bestand gefährdet
- BUND SH ruft dazu auf, heimische Stauden und Gehölze zu pflanzen und verblühte Stauden über den Winter stehenzulassen
- BUND SH bietet Workshops zur Gestaltung eines schmetterlingsfreundlichen Gartens
- Nächste Termine: 8., 15. und 22. Oktober
Kiel. Sie flattern durch Grünanlagen, Gärten und entlang von Wegesrändern, doch viele Schmetterlingsarten sind gefährdet. Laut der aktuellen Roten Liste der Tagfalter und Widderchen Deutschlands sind von den 207 untersuchten Arten zehn ausgestorben, fast die Hälfte gilt als im Bestand gefährdet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein e. V. (BUND SH) ruft dazu auf, Gärten, Balkone und Grünflächen naturnäher zu gestalten. Gerade jetzt im Herbst kann man im Garten viel für Schmetterlinge tun: Heimische Pflanzen setzen, verblühte Stauden stehen lassen und auf unnötige Beleuchtung verzichten.
„Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist das schwindende Nahrungsangebot für die Raupen. Und ohne Raupen keine Falter“, erklärt Lena Winkelmann, Leiterin des Projekts VielFALTERleben beim BUND SH. Schmetterlingsraupen sind auf heimische Pflanzen spezialisiert, wie zum Beispiel Schlehe, Liguster, Weißdorn oder Faulbaum. In vielen Gärten dominieren aber vor allem exotische Zierpflanzen wie Hortensien, Buchsbaum, Kirschlorbeer oder Rhododendren. „Wer Schmetterlinge schützen möchte, sollte im Garten auf heimische Stauden und Gehölze setzen. Jetzt im Herbst ist die optimale Pflanzzeit dafür“, erklärt Winkelmann. Eine Liste geeigneter heimischer Pflanzen für Schleswig-Holstein stellt das Projekt VielFALTERleben auf seiner Website zur Verfügung.
Doch nicht nur die Wahl der Pflanzen, auch die Gartenpflege hat einen großen Einfluss darauf, ob Schmetterlinge geeignete Lebensräume finden. Wenn im Herbst Beete aufgeräumt, Stauden zurückgeschnitten und Laub entfernt werden, gehen wichtige Überwinterungsplätze verloren. Schmetterlinge überwintern je nach Art als Ei, Raupe oder Puppe – häufig direkt an oder in der Nähe ihrer Nahrungspflanze. Deshalb empfiehlt Winkelmann, im Herbst auf das „Schiermachen“ zu verzichten: „Lassen Sie verblühte Pflanzenstängel und Laub über den Winter stehen. Erst im Frühjahr, wenn die Tagestemperaturen konstant über 12 Grad liegen, können abgestorbene Pflanzenteile entfernt werden.“ So bleiben Überwinterungsplätze und Nahrungsangebote für die kommende Schmetterlingsgeneration erhalten.
Mit den kürzer werdenden Tagen gewinnt außerdem ein weiterer Aspekt an Bedeutung: künstliche Beleuchtung. Während eine bedarfsgerechte Beleuchtung an Wegen oder Hauseingängen sinnvoll sein kann, sollten Gärten dunkel bleiben. Besonders nachtaktive Schmetterlinge werden durch künstliches Licht in ihrem natürlichen Verhalten gestört. Orientierung, Nahrungssuche, Paarung und Eiablage können dadurch beeinträchtigt werden. „Außenbeleuchtung sollte nur dort und dann eingeschaltet werden, wo sie wirklich gebraucht wird“, rät Winkelman. So lässt sich auch der Sternenhimmel besser beobachten.
Wie sich ein Garten darüber hinaus mit einfachen Mitteln schmetterlingsfreundlich gestalten lässt, zeigt der BUND SH im Rahmen des Projekts VielFALTERleben in öffentlichen, kostenfreien Workshops:
- Do., 08.10., 14.30 bis 17.30 Uhr in Itzehoe, Kleingartenanlage Eichtal/Kratt, Parzelle 11-13, 25524 Itzehoe
- Do., 15.10., 15 bis 18 Uhr in Bad Bramstedt, Schloss Bad Bramstedt, Bleeck 16, Bad Bramstedt
- Do., 22.10., 14.30 bis 17.30 Uhr in Kronshagen, Bürgerhaus Kronshagen, Kopperpahler Allee 69, 24119 Kronshagen
Weitere Informationen und Anmeldung unter bund-sh.de/vielfalterleben.
Das Projekt VielFALTERLeben wird gefördert durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen der Umsetzung der Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Schleswig-Holstein – Kurs Natur 2030.
