Schwerlastbrücke in Cuxhaven: Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit der Windindustrie
Foto: Stadt Cuxhaven · Mit der Hafenerweiterung und dem geplanten Bau einer neuen Schwerlastbrücke schafft Cuxhaven ideale Voraussetzungen für Produktion und Logistik großer und schwerer Offshore-Komponenten.
Cuxhaven, 31. März 2025 – Der Wirtschaftsstandort Cuxhaven setzt seinen Wachstumskurs fort. Bereits Anfang Februar begannen die Bauarbeiten zur Erweiterung des Cuxhavener Hafens. Bis Ende 2028 sollen die neuen Liegeplätze 5 bis 7 fertiggestellt sein – ein bedeutender Schritt, um den Hafen als Logistikdrehscheibe für Windenergieprojekte auf See (Offshore) und an Land (Onshore) noch leistungsfähiger und effizienter zu ertüchtigen.
Der Ausbau stößt nicht nur bei der Offshore-Industrie auf großes Interesse. Schon jetzt zeichnet sich ein zunehmender Bedarf an zusätzlichen Flächen für Logistik, Industrieansiedlungen und Produktionsstätten ab. Die positiven Wachstumsaussichten im Bereich der Windenergie sowohl an Land als auch auf See verdeutlichen, dass der Flächenbedarf weiter steigen wird.
„Die Fertigung von Offshore-Windturbinen schreitet weiter voran. In Zukunft werden wir hier verstärkt eine lokale Produktion sowie die Veredelung von Großkomponenten durch internationale Zulieferer erleben. Und auch wir haben weiteren Platzbedarf, da unsere Produktionsmengen steigen und die Turbinen immer größer werden“, sagt Kristoffer Mordhorst, Werksleiter von Siemens Gamesa Renewable Energies.
Um dem wachsenden Platzbedarf gerecht zu werden, sollen im Rahmen des Projekts F90 zwischen den Ortsteilen Groden und Altenbruch auf rund 130 Hektar neue Gewerbeflächen entstehen. Das Gebiet ist eng mit der Entwicklung des Hafens verflochten, wo sich bereits mehrere Unternehmen zur Produktion von Windkraftanlagen angesiedelt haben oder dies in naher Zukunft planen. „Für Offshore Wind Projekte in Nord- und Ostsee ist Cuxhaven mit seinen logistischen Möglichkeiten der ideale Standort als Basishafen. Die Entscheidung für die Auswahl des Basishafens für Fundamente und weitere Komponenten, wird im Wesentlichen vom verfügbaren Platzangebot und den zugehörigen Kaikanten gemacht. Vor diesem Hintergrund ist eine Erweiterung der Gewerbefläche absolut sinnvoll“, betont Heiko Mützelburg, Geschäftsführer des Monopile-Herstellers Titan Wind Energy in Cuxhaven.
Rückendeckung erhält das Vorhaben von der Hafenwirtschaftsgemeinschaft (HWG), die insbesondere den geplanten Bau einer neuen Schwerlastbrücke begrüßt. Die Konstruktion soll die Bahngleise der Strecke Hamburg–Cuxhaven überspannen und die logistische Anbindung entscheidend verbessern. Die Brücke wird die direkte Verbindung zwischen den Umschlag- und Gewerbeflächen sowie dem Siemens Gamesa Werk hinter der Kailinie und der Bundesstraße 73 sicherstellen – eine entscheidende Verbesserung für die Logistikinfrastruktur. „Eine Schwerlastbrücke, die gezielt auf die Anforderungen der Offshore-Industrie zugeschnitten ist, würde die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts erheblich stärken“, erklärt Arne Ehlers, Vorstandsvorsitzender der Hafenwirtschaftsgemeinschaft (HWG) und Geschäftsführer von BlueWaterBREB.
Die geplante Brücke, die eine Tragfähigkeit von 15 Tonnen pro Quadratmeter aufweisen soll, könnte den Transport selbst der größten und schwersten Offshore-Komponenten deutlich effizienter gestalten – ein wesentlicher Vorteil für die maritime Wirtschaft in der Region. Die Brücke wird die Nutzung von Self Propelled Modular Transporters (SPMT) ermöglichen –selbstangetriebene Transportfahrzeuge, die flexibel für unterschiedlichste Gewichte und Dimensionen konfiguriert werden können. „Durch diese hochspezialisierten Transportträger sind wir künftig in der Lage, praktisch jede Art von Schwerlast zu bewegen – unabhängig von der Größe oder dem Gewicht des einzelnen Bauteils“, erläutert Claudius Schumacher, stellvertretender Vorsitzender der HWG und Geschäftsführer von Rhenus Cuxport.
Die Schwerlastbrücke ist nicht nur für die Offshore-Industrie essenziell, sondern hat für die gesamte Hafen- und Logistikwirtschaft in Cuxhaven eine weitreichende Bedeutung. Durch die neue Verbindung wird der Schwerlastverkehr gezielt auf zwei Routen verteilt werden, was eine spürbare Entlastung der Verkehrsströme im Hafengebiet mit sich bringen dürfte. Gleichzeitig werden die Produktions- und Montagekapazitäten vor Ort gestärkt, was den Standort für internationale Zulieferer und Produzenten noch attraktiver macht.
Die geplante Infrastrukturmaßnahme gilt als zentraler Baustein für die Weiterentwicklung der Offshore-Industrie in Cuxhaven. Sie macht Cuxhaven fit für die nächste Generation von Offshore-Komponenten und sorgt dafür, dass die Stadt als führender Standort in der Windenergiebranche auch langfristig wettbewerbsfähig bleibt.