Politik & Wirtschaft

VFB-Kulturhauptstadt-Werbung: Wer hat da was warum bezahlt?

Freaderich-Oli
Mit viel Verwunderung reagiert der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft, Oliver Fraederich, auf die heutige Berichterstattung über die Kulturhauptstadtbewerbung als Werbeträger für den VFB Lübeck. „Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn der VFB einen neuen Trikotsponsor bekäme. Dass er nun aber aus dem klammen Kulturhauptstadt-Fonds finanziert werden soll, überrascht doch sehr“, so Fraederich…Während viele Bürgerinnen und Bürger, Firmen und Vereine, sich in Lübeck bereit finden, die Bewerbung ehrenamtlich ohne Bezahlung oder gar finanziert durch Spenden zu unterstützen, gilt das offenbar für Peter Reinhardts VFB nicht – im Gegenteil.

Fraederich: „75.000 Euro sind eine Menge Geld. Wir gehen mal davon aus, dass sie nicht aus dem städtischen Bewerbungsetat, sondern stiftungsfinanziert wurden.“ Dennoch: Botschafter für die Bewerbung zu sein, ist eine Ehre. „Wer lässt sich denn für so etwas einkaufen?“ fragt Fraederich.

Besonders der Umstand, dass Peter Reinhardt (SPD) als neues Mitglied des VFB-Wirtschaftsrates offenbar den Deal eingefädelt hat, lässt eine Tatsache sehr sauer aufstoßen: „Eine halbe Stunde nach dem VFB-Treffen fand die Sitzung des Ausschusses für Kultur und Denkmalpflege statt, in der die Abmachung mit keinem Wort erwähnt wurde, obwohl Senatorin Borns (ebenfalls SPD) über den aktuellen Stand der Bewerbung berichten sollte. Die CDU-Fraktion wurde zu keinem Zeitpunkt des Verfahrens beteiligt. Das riecht ganz streng nach Mauschelei.“

Senatorin Borns und der SPD-Fraktionsvorsitzende Reinhardt sind nun aufgefordert, die Details der Abmachung offen zu legen. „Wir bewerben uns nicht als Kulturhauptstadt Europas um Herrn Reinhardt zu helfen, den VFB zu sanieren“, so Fraederich abschließend.