VNW-Direktor Andreas Breitner: „Wir sind froh, dass wir mit unseren Bedenken nicht mehr allein stehen.“
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Landesregierung, Wohnungswirtschaft und Sozialverbände haben am Montag in Kiel eine Realisierungsvereinbarung zur klimaneutralen Transformation des Wohnungsbestandes unterzeichnet.
Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):
„Für uns ist wichtig, dass die Landesregierung die Probleme der Wohnungswirtschaft mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040 anerkennt. Wir stehen vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen unter schwierigen Rahmenbedingungen.
Seitens der schwarz-grünen Landesregierung wird ab jetzt akzeptiert, dass die Wohnungswirtschaft Probleme hat, die Klimaneutralität bereits im Jahr 2040 zu erreichen. Wirtschaft und Land wollen gemeinsam versuchen, diese zu lösen. Wir sind froh, dass wir mit unseren Bedenken nicht mehr allein stehen.
Finanzielle Auswirkungen auf Mieterinnen und Mieter im Blick
Gerade die sozialen Vermieter haben stets die finanziellen Auswirkungen der Energiewende für die Mieterinnen und Mieter im Blick. Wir wissen, dass die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Menschen begrenzt sind. Gerade in besonders nachgefragten Regionen haben die Mieten bereits ein Niveau erreicht, bei dem weitere massive Steigerungen nicht mehr möglich sind.
Soziale Vermieter stehen für bezahlbare Mieten, müssen aber auch stets wirtschaftliche Grundlagen berücksichtigen. Fachleute haben ausgerechnet, dass unsere Mitgliedsunternehmen durch das Vorziehen der Klimaneutralität auf das Jahr 2040 die Mieten zusätzlich zu den ohnehin geplanten Steigerungen um rund einen Euro pro Quadratmeter erhöhen müssten. Ohne eine ausreichende und stabile öffentliche Förderung wird es nicht gehen.
Energieerzeugung muss klimaneutral werden
Wenn wir die Klimaneutralität nicht bis zum Jahr 2040 erreichen, werden laut der heutigen Vereinbarung notfalls andere Wirtschaftssektoren einspringen. Nach unserer Auffassung liegt der Schwerpunkt darin, dass vor allem die Energieerzeugung klimaneutral werden muss. Die Dekarbonisierung von Strom und Heizenergie ist aus unserer Sicht der größte Hebel, um den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen zu reduzieren.
Die Wohnungswirtschaft investiert bereits seit vielen Jahren in die energetische Sanierung ihrer Gebäude. Damit haben wir die Voraussetzungen geschaffen, das ambitionierte Ziel der Klimaneutralität – beispielsweise durch den Einsatz von Wärmepumpen – zu erreichen. Jetzt müssen andere nachziehen und die entsprechende Energieinfrastruktur schaffen. Wir brauchen (mehr) Stromleitungen, um die vielen Wärmepumpen zu betreiben – und wir brauchen (mehr) Leitungen für Fernwärme.
Haltung in den Kommunen muss sich ändern
Wir müssen gemeinsam Wege finden, Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen. Dazu gehört auch, dass sich in den Kommunen die Haltung ändert. Wir brauchen dort mehr Ermöglicher statt Verhinderer. Soziale Vermieter haben stets die Mieterinnen und Mieter im Blick. Vermietern pauschal zu unterstellen, ausschließlich an eine möglichst hohe Rendite zu denken, ist daher kontraproduktiv.“
29/06/2026
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 491 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.
