Zukunft des Freibads Aquacity sichern: Die Linke fordert strukturierte Bedarfsprüfung und echte Vereinsbeteiligung statt Kahlschlagpolitik
Rendsburg. Angesichts der anstehenden Sanierung des Freibads „Aquacity“ warnt Die Linke vor einer voreiligen und unumkehrbaren Verkleinerung der Schwimmfläche. Für die Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur, Sport und Soziales am 28. Oktober 2026 hat Die Linke in der Rendsburger Ratsversammlung einen Antrag eingebracht, der eine strukturierte Bedarfsabfrage unter Einbeziehung der Hauptnutzer sowie eine verbindliche Verankerung im Sportentwicklungsplan fordert.
„Bislang wurden die Sanierungsvarianten fast ausschließlich unter dem Aspekt der radikalen Kosteneinsparung diskutiert“, sagt Samuel Rothberger, Mitglied der Rendsburger Ratsversammlung für Die Linke. „Den Vereinen und der Öffentlichkeit wurden bisher nur Szenarien präsentiert, die eine drastische Reduzierung oder den vollständigen Rückbau der geschichtsträchtigen 50-Meter-Bahn sowie den Wegfall des 10-Meter-Sprungturms vorsehen. Eine systematische Beteiligung derer, die das Bad täglich nutzen, hat in dieser Tiefe noch nicht stattgefunden.“
Aus Sicht der Linken ist der Erhalt des 50-Meter-Beckens aus sportpolitischer, breitensportlicher und pädagogischer Sicht unverzichtbar. Die Langbahn erfüllt eine zentrale Funktion weit über die Stadtgrenzen hinaus. Sie sichert nicht nur das Vereinsleben und den Leistungssport in der gesamten Region, sondern ist auch für die DLRG-Rettungsschwimmerausbildung von existenzieller Bedeutung.
Besonders im Kontext der Betreiberstruktur sieht Die Linke eine klare regionale Verantwortung: Da das Aquacity über die Stadtwerke SH betrieben wird, sitzen bereits mehrere Umlandkommunen über die Versorgungsstrukturen im Boot. Das Freibad ist Bestandteil der regionalen Infrastruktur und der Daseinsvorsorge, das maßgeblich durch den steuerlichen Querverbund – also auch durch die Energie- und Wasserkunden des Umlandes – getragen wird. Es sei daher folgerichtig, diese regional erwirtschafteten Mittel auch für den Erhalt eines regionalen Leuchtturmbades einzusetzen.
„Eine 50-Meter-Bahn bietet enorme logistische Vorteile. Sie erlaubt es beispielsweise dem Rendsburger TSV, zwei Gruppen gleichzeitig auf einer einzigen Bahn hocheffizient zu trainieren. Das senkt Belegungskosten und sichert die Schwimmausbildung“, so Rothberger weiter. „Statt das Sportangebot kaputtzusparen, fordern wir die Prüfung moderner, langlebiger Sanierungsverfahren, wie den wirtschaftlichen Einbau einer Edelstahlwanne in den vorhandenen Bestand.“
Der Antrag der Linken beauftragt die Verwaltung, die Initiative „Pro Freibad“, den RTSV, die DLRG sowie alle regionalen Schwimmvereine anzuhören, um den tatsächlichen, zukunftsfähigen Bedarf verbindlich zu ermitteln und langfristige Planungssicherheit zu garantieren.
