POL-HL: HL – St. Lorenz-Nord, Lohmühle / Polizeieinsatz nach Fußballregionalligaspiel am Freitagabend
Lübeck (ots) – Am Freitagabend, 19. März 2010, um 19.00 Uhr, fand auf der Lübecker Lohmühle das Fußballregionalligaspiel zwischen dem VfB Lübeck und Chemnitzer FC statt. Das Spiel endete vor über 2.000 Zuschauern mit 2:0 für die Gastgeber.
150 Polizeibeamte waren eingesetzt. Die An- und Abreise der Heimfans und der 100 Gästefans verlief bis etwa eine Stunde nach dem Abpfiff größtenteils ohne nennenswerte Zwischenfälle. Erst knapp eine Stunde nach dem Spiel kam es zu Auseinandersetzungen. Als der Mannschaftsbus mit den Spielern aus Chemnitz den Stadionbereich verließ und durch die Straße Bei der Lohmühle in Richtung Autobahn fuhr, tauchten in der Dunkelheit etwa 50 Personen auf. Die Gruppe, in denen sich zahlreiche der Polizei bekannte „Ultras“ befanden, zogen sich Schals und Mützen ins Gesicht und setzten Sonnenbrillen auf. Anschließend warfen sie mit Knallkörpern und anderen Gegenständen in Richtung des fahrenden Busses. Der Busfahrer reagierte und setzte seine Fahrt unvermindert fort, so dass sich keine der aggressiven Randalierer dem Bus weiter nähern konnten. Zahlreiche Polizisten, die sich etwas abgesetzt in der Nähe aufhielten, liefen sofort in Richtung der Randalierer, die jedoch über einen Parkplatz eines Baumarktes flüchteten und im Schutze der Dunkelheit in den Grünanlagen entkommen konnten. Auf dem Parkplatz des Baumarktes konnte die Polizei sogar eine Kiste mit vorbereiteten
„faustgroßen Tonscherben“ sicherstellen. Nicht einmal fünf Minuten später kam es auf dem Park&Ride-Parkplatz zu einer weiteren Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Gruppierungen. Als die Polizei eintraf, hatten fünf Chemnitzer
Zuschauer sich bereits in ihr Fahrzeug begeben, zuvor gab es ein Aufeinandertreffen der Chemnitzer mit etwa 15 Lübeckern. Hier hatte der Sicherheitsdienst die Szene beobachtet und die Polizei angefordert. Die Beamten konnten die Personalien der Chemnitzer feststellen und auch die eines polizeibekannten Lübeckers. Die restlichen Lübecker konnten aufgrund der Dunkelheit erneut unerkannt entkommen. In beiden genannten Fällen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Wieder einmal ist es nach einem Abendspiel des VfB Lübeck im Zuge der Dunkelheit zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Auch im Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart am 23. September 2009 und bei anderen Abendspielen ist es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Randalierern, die zuvor das Fußballspiel besucht hatten, gekommen. Wenn es während der Spiele im Stadionbereich verhältnismäßig friedlich zugeht, so wird leider immer wieder im Schutz der Dunkelheit durch einige Personen, die teilweise auch der „Ultraszene“ zugehörig sind, die Sicherheit anderer Besucher nach dem Spiel gefährdet. Somit bestätigt sich die Einschätzung der Polizei, die sich nach wie vor dafür einsetzt, Spiele des VfB Lübeck, insbesondere so genannte Risikospiele, aus Sicherheitsgründen nicht am Abend anzusetzen. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass es auch bei „Tageslichtspielen“ zu Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppierungen im Zusammenhang mit Fußballspielen kommt. Jedoch werden die Ermittlungen und das Aufklären von Straftaten der Polizei wesentlich erschwert, so dass nicht immer in der Dunkelheit die Anonymität der Straftäter aufgehoben werden kann.

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