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„Wasser und Mehr“ – Dach der VISION spannt sich wieder über Schleswig-Holstein

PKWasser&Mehr
Internationales Wirtschafts- und Kulturfestival startet im Frühjahr 2005

Wirtschaftlich schwierige Zeiten können die beiden Industrie- und Handelskammern (IHK) in Flensburg und Kiel nicht schrecken: Zum vierten Mal haben sie sich für 2005 zum Ziel gesetzt, Unternehmen und Institutionen unter dem Dach der VISION Schleswig-Holstein zu einen. „Die Rahmenbedingungen sind nicht einfach, der Norden zeigt trotzdem Flagge.“ Das Motto diesmal: Wasser und Mehr – Meer und Perspektiven….Über 100 Unternehmen wollen die IHKs Flensburg und Kiel bei dem Internationalen Wirtschafts- und Kulturfestival zusammenführen. Drei Wochen lang soll zwischen Nord- und Ostsee wieder kontrovers diskutiert, vor- und nachgedacht sowie durch Ereignisse aller Art auf Deutschlands Norden aufmerksam gemacht werden. Die VISION Schleswig-Holstein startet am 18. April 2005 mit ihrer zentralen Auftaktveranstaltung im Raum Rendsburg.

„Wir stehen zu unserer Leuchtturm-Funktion für die heimische Wirtschaft“, bekräftigte Peter Michael Stein, Hauptgeschäftsführer der IHK Flensburg, anlässlich der ersten Pressekonferenz zum Festival. Schleswig-Holstein bleibe eine vorzeigbare, leistungsfähige Region, deren Unternehmen vor der eigenen Haustür, aber auch im internationalen Wettbewerb eindrucksvoll agieren. Für den Kieler IHK-Hauptgeschäftsführer Wolf-Rüdiger Janzen machen Landesgrenzen aus unternehmerischer Sicht ohnehin keinen Sinn. „Deutschlands Norden spielt eine herausragende Rolle im Ostseeraum.“ Vor diesem Hintergrund sei der Leitgedanke der VISION Schleswig-Holstein 2005 „Wasser und Mehr – Meer und Perspektiven“ brandaktuell.

Das Internationale Wirtschafts- und Kulturfestival hatte zuletzt 2002 bei rund 120 Veranstaltungen mehr als 30.000 Besucher angelockt. Damals waren kleine Diskussionsrunden für Fachleute ebenso interessant wie große Publikumsmagneten in ungewohnter Umgebung, beispielsweise Kultur in Fabrikhallen und Künstleraktionen in Betriebsstätten. Dies soll auch im kommenden Frühjahr wieder so sein.

Die VISION Schleswig-Holstein setzt dabei auf ein schon bewährtes Konzept: Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Institutionen und Kommunen sammeln sich unter dem gemeinsamen Marketingdach. Sie sind Festivalpaten der VISION und finanzieren mit ihrem Patenbeitrag den gemeinsamen Werbeauftritt. Zusätzlich realisieren sie in eigener Verantwortung, aber in inhaltlicher Abstimmung mit dem Programmbeirat des Festivals, eine eigene Veranstaltung nach Wahl.“ Gedacht ist an Vorträge von innovativen Persönlichkeiten und Querdenkern, an kontroverse Diskussionen, an kulturelle Aktionen in ungewöhnlicher Umgebung, an Visionen und die Auseinandersetzung mit Reizthemen der Zukunft“, umreißt der Flensburger Wirtschafts- und Kulturkonzeptionist Rainer Prüß seine Idee von der VISION Schleswig-Holstein.

Als 1996 die IHK Flensburg ihr 125-jähriges Jubiläum feierte, verzichtete sie auf den üblichen „Jubeltag“. Statt dessen realisierte sie eine Initiative, mit der sich die Wirtschaft der Region positionieren und werbeträchtig in Szene setzen konnte.

Unvergessen sind frühere VISIONen – bestimmt von Konzertereignissen in den riesigen Logistikhallen einer Spedition, dem „Ostseedorf“ am Hafen, landestypisch erbaut von Auszubildenden der meisten Ostsee-Anrainer, oder die Begegnungen mit Designer Luigi Colani, Unternehmer Claus Hipp, den Fernsehjournalisten Klaus-Peter Siegloch und Franz Alt oder Dr. Philipp Potter, Ex-Generalsekretär der Weltökumene-Bewegung.

Die Idee kam gut an. 1999 und 2002, zuletzt schon in Zusammenarbeit mit der IHK Kiel, wurde das Festival wiederholt. Jetzt ist für 2005 die Neuauflage verabredet. Auch diesmal sehen die IHK Flensburg und Kiel das Internationale Wirtschafts -und Kulturfestival als Instrument der Wirtschaftsförderung. Dafür gibt es Mittel aus den eigenen Haushalten. Um das Festival mit zusätzlicher Schlagkraft auszustatten, setzen die Veranstalter wieder auf eine enge Zusammenarbeit mit Hauptsponsoren sowie Medien- und Kulturpartnern.

Aus eigener Kraft, zusätzlich unterstützt durch zwei Agenturen, haben die IHKs Flensburg und Kiel in den zurückliegenden Wochen zu rund 800 Unternehmen zwischen Nord- und Ostsee Kontakt aufgenommen. „Die Idee der VISION muss zum Glück nicht mehr lange erklärt werden“, sagt Ulrich Spitzer, Geschäftsführer der VISION Schleswig-Holstein Gesellschaft für Projektmanagement mbH mit Sitz in Flensburg. Schon rund 60 Unternehmen haben bislang ihre Teilnahme an dem Internationalen Wirtschafts- und Kulturfestival definitiv zugesagt oder ihr Interesse bekundet.

Die ersten Verträge sind unterschrieben. Zu den schnellsten Paten der VISION 2005 gehören die BGZ Beteiligungsgesellschaft Zukunftsenergien AG (Husum), die Deutsche Schiffahrts-Treuhand AG (Flensburg), die Fachhochschule Kiel, die LISCO Baltic Service GmbH (Kiel), der zur MRE Metro Group Real Estate Management GmbH gehörende Förde-Park (Flensburg), die Stena Line Scandinavia AB (Düsseldorf/Kiel), die Thyen, Theilen & Partner AG Steuerberatungsgesellschaft (Flensburg) und die Vestas Deutschland GmbH (Husum).

Das Leitthema, da sind sich die Initiatoren der VISION sicher, wird aber nicht nur an den Küstenstandorten des Landes aufgegriffen. „Es ergeben sich interessante Anknüpfungspunkte auch für den Handel, für den Dienstleister und für die Tourismusbranche.“ Das Festivalbüro will zudem auf eine regionale Ausgewogenheit achten. Schon bald sollen bunte Tupfer – Veranstaltungsideen für den Raum zwischen Flensburg, Husum, der Unterelberegion Brunsbüttel/Itzehoe/Pinneberg und Kiel – die Festival-Landkarte beleben.