Die Bürgermeister des Lübecker Umlandes wollen nicht zu Lübeck gehören
Text und Fotos: TBF/Wolfgang Freywald
Gestern fand im Stockelsdorfer Rathaus die halbjährliche Konferenz der Bürgermeister der Region Lübeck statt. Hauptthema: „Einverleibung“ der Gemeinden durch die Hansestadt. Und was vorauszusehen war: 14 Bürgermeister aus Stormarn, den Kreisen Herzogtum-Lauenburg und Ostholstein lehnen eine Eingemeindung durch die Hansestadt ab.Ein weißes Stück Papier wurde von Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann vorgelegt, darauf 14 Unterschiften der umliegenden Bürgermeister, verbunden mit einem einhelligen“Nein“ gegen die Eingemeindungsversuche Bernd Saxes.
Die Bürgermeister aus dem Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern, die nicht involviert sind, unterschrieben die Erklärung auch nicht. Einhellige Meinung der Betroffenen Bnürgermeister, von Groß Sarau bis Ratekau: „Die Eingemeindung von Lübecker Umlandgemeinden und -städten ist kein geeignete Lösung für eine Verwaltungsreform. Wir lehnen jede Form der zwangsweisen Gebietsreform ab.“
Lübecks Verwaltungschef, Bürgermeister Bernd Saxe, hält sich noch zurück und will drei bis vier Wochen Bedenkzeit haben, dann will er ofiziell dazu Stellung nehmen. Saxes Kieler Kollegin hat einer ähnliche verfaßten Resolution der Umlandgemeinden zugestimmt. Groß Grönaus Bürgermeister Hans-Georg Weißkichel: „Lübeck hat dafür gesorgt, daß das Klima inzwischen deutlich besser geworden ist. Die Arroganz der Lübecker Politiker hat deutlich abgenommen.“
Bürgermeister Hans-Jürgen Köhncke, Badendorf, erinnert an den Bau des Radweges nach Steinrade. „Meine Gemeinde hat dem >so großen Lübeck< den Weg vorfinanziert. Wenn wir zu Lübeck gehören würden, gäbe es den Radweg nicht."
Bürgermeister Peter Brückel, Ratekau, fasst das Ergebnis kurz und knapp zusammen: „Hände weg von den Umlandgemeinden!“
Das Papier wurde ins Lübecker Rathaus gesand, Brigitte Rahlf-Behrmann bat darum, es im Hauptausschuss der Bürgerschaft zu beraten.
Das Umland lehnt eine Eingemeindung durch Lübeck geschlossen ab.
