Frühe Lebensrettung
Weltweit werden fast 10% aller Neugeborenen vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt gebracht. Frühgeburten stellen Ärzte immer noch vor enorme medizinische Herausforderungen. Für die schonende Untersuchung der kleinen Lebewesen bietet die LMT Lammers Medical Technology GmbH aus Lübeck innovative Produkte: Ein speziell entwickelter Brutkasten hilft bei der frühestmöglichen Erkennung von Organschäden.
„Sich auf ein Nischenprodukt zu spezialisieren, bringt stets große Herausforderungen mit sich“, weiß Torsten Lönneker-Lammers, Gründer und Geschäftsführer von LMT Lammers Medical Technology GmbH (LMT). Herausforderungen, die das Lübecker Unternehmen erfolgreich gemeistert hat: Das eigens von LMT entwickelte System, ein MR-kompatibler Brutkasten (Inkubator) zur Untersuchung von Früh- und Neugeborenen im Magnetresonanz-Tomografen (MRT), ist seit seiner Markteinführung 2003 weltweit einzigartig.
Schonende Untersuchung für die Kleinsten
Neurologische Störungen sind für Frühgeborene ein hoher Risikofaktor. Da die Frühchen aber auf das schützende Klima im Brutkasten angewiesen sind, ist eine Diagnose durch Röntgenbestrahlung nicht ungefährlich. Der MR-kompatible Brutkasten bietet hierfür die Lösung: Mit dem Inkubatorsystem können Früh- und Neugeborene zum ersten Mal nach der Geburt mit optimaler nicht-invasiver Diagnostik mittels MRT untersucht werden.
Weltweit im Einsatz
Bereits 55 der Inkubatoren sind im Einsatz, verteilt von Europa über die USA und Kanada bis nach Trinidad und Tobago. Wichtigstes Anschaffungs-Kriterium ist – neben der Gewährleistung einer qualifizierten Wartung vor Ort – die Kostenfrage: „Wir sind uns bewusst, dass wir innerhalb der Kliniken im starken Wettbewerb mit der Anschaffung anderer Diagnostikgeräte stehen“, weiß Lönneker-Lammers. Durch die Kosten von 250.000 bis 400.000 € (im Vergleich zu 10.000 bis 50.000 € für Transportinkubatoren) ist das kein leichter Wettbewerb für das Lübecker Unternehmen: „Das sind Anschaffungskosten, die eine Kinderstation alleine nicht auf die Beine gestellt bekommt.“ Die Finanzierung über Forschungsmittel oder Sponsoren ist daher elementar wichtig.
Erfolgreiche Aussichten
Der aktuelle Auftragsbestand sichert die 18 Arbeitsplätze in Lübeck. Darüber hinaus wird das Unternehmen weiter in Forschung und Entwicklung investieren. „Wir haben noch viel vor und wollen weitere Arbeitsplätze in Lübeck schaffen“, so Lönneker-Lammers. Mit der Unterzeichnung von zwei weiteren Aufträgen startete LMT 2011 in das elfte Geschäftsjahr. Zusätzlich erweitert das Unternehmen in diesem Jahr seine Kapazitäten und zieht Anfang 2012 in das Multifunktionscenter Lübeck (MFC) um. „Das ist ein wichtiger Schritt für die Zukunftsaussichten von LMT. Wir wollen unsere Erfolgsgeschichte fortsetzen“, freut sich Lönneker-Lammers.
