Sensoren aus Itzehoe für Autos und Handys
Mikromechanische Sensoren registrieren, ob ein Auto ins Schleudern gerät, verriegeln Festplatten, bevor ein Laptop zu Boden stürzt und setzen im Handy Handbewegungen in Handlungsanweisungen um. Diese winzigen Messinstrumente aus dem Computerchip-Werkstoff Silizium sind teilweise kleiner als ein menschliches Haar oder eine Staubmilbe. Dass sie heute massenweise in zahlreichen mobilen Elektronikgeräten eingesetzt werden können, ist unter anderem ein Verdienst der SensorDynamics AG mit Hauptsitz in Graz.
Großer Technologiesprung
Am Standort Itzehoe arbeitet das Unternehmen mit dem Fraunhofer-Institut zusammen und hat es geschafft, Bewegungs- und Drehratensensoren auf einem einzigen Siliziumteil zu verbinden. „Basierend auf Technologien der Halbleiterindustrie findet derzeit eine radikale Verkleinerung von Bewegungssensoren statt. Durch eine Symbiose zwischen Mikroelektronik und Mikromechanik entstehen sogenannte Mikro-Elektro-Mechanische Systeme (MEMS) – ein großer Technologiesprung, der eine elektronische Revolution mit unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten eingeleitet hat“, erklärt Pressesprecherin Ute Stotter.
Um für diese neuartigen Sensoren ein innovatives Herstellungsverfahren zu entwickeln, unterstützt das Kieler Wirtschaftsministerium den Mikrosystem-Spezialisten SensorDynamics Itzehoe GmbH mit rund 626.000 Euro. Das Unternehmen will insgesamt 1,6 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung eines neuen High-Tech-Sensors sowie die Verbesserung der bisherigen Produkte investieren. Am norddeutschen Standort arbeiten derzeit 24 Beschäftigte.
Stark wachsender Markt
Dem Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli zufolge wird der Gesamtmarkt für MEMS-basierende Sensoren im Jahr 2011 auf 7,7 Milliarden US-Dollar geschätzt, wovon die Gyroscope-Inertialsensor-Technologie von SensorDynamics ungefähr 900 Millionen US-Dollar ausmacht. Laut IHS iSuppli wird dieser Markt von 2011 bis 2014 jährlich durchschnittlich mit rund 14 Prozent wachsen.
SensorDynamics ist Teil von Maxim Integrated Products, ein börsennotiertes Unternehmen, das Hochleistungs-Halbleiterprodukte entwickelt, produziert und vertreibt. Maxim erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von etwa 2,0 Milliarden US-Dollar.
