IHK-Konjunkturumfrage: Zaghafte Stabilisierung zum Jahresende – Wirtschaft bleibt unter Druck
Die wirtschaftliche Stimmung in Schleswig-Holstein hat sich zum Jahresende leicht aufgehellt. Der Konjunkturklimaindex der IHK Schleswig-Holstein steigt im vierten Quartal 2025 von 86,4 auf 95,4 Punkte und legt damit um rund neun Punkte zu. Trotzdem bleibt der Index deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 106,4 Punkten und signalisiert weiterhin eine fragile konjunkturelle Lage.Im Vergleich zum Herbst verbessern sich die Geschäftslage und auch die Geschäftserwartungen. Die Unternehmen blicken etwas optimistischer in die Zukunft, aber von einer breiten Trendwende kann keine Rede sein: Das konjunkturelle Auf und Ab auf niedrigem Niveau bleibt bestehen. Deutlich positiv fällt jedoch die Entwicklung im Export auf: 36 Prozent der Betriebe erwarten steigende Ausfuhren. 20 Prozent gehen dagegen von einem Rückgang aus. Im Vorquartal waren die Unternehmen noch deutlich zurückhaltender. Die Exportstimmung hellt sich somit spürbar auf.
Eine leichte Aufhellung im vierten Quartal zeigt die Industrie, dennoch steht sie weiter unter Druck durch hohe Energie- und Arbeitskosten sowie unsichere politische Rahmenbedingungen. In der Folge bleiben die Investitionspläne der Unternehmen defensiv. Zwar hat die Bundesregierung mit dem jüngsten Koalitionsausschuss und dem Jahreswirtschaftsbericht 2026 Impulse wie den „Investitionsbooster“ und die 30-prozentige degressive Abschreibung auf den Weg gebracht, doch in der schleswig-holsteinischen Realität kommt davon noch wenig an: Weiterhin planen mehr Unternehmen, ihre Investitionen zu kürzen (31 Prozent), als sie auszuweiten (27 Prozent). Ein Ausbau von Produktionskapazitäten findet derzeit nicht statt
IHK-Präsident Thomas Buhck: „Die leichte Stimmungsaufhellung darf deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Unternehmen weiterhin stark unter Kostendruck und unsicheren Rahmenbedingungen leiden. Signale wie die angekündigte Senkung der Körperschaftsteuer sind für die internationale Wettbewerbsfähigkeit wichtig, müssen sich aber endlich auch in der kurzfristigen betrieblichen Realität niederschlagen. Für echtes Wachstum statt mickriger Erholung braucht es eine spürbare Entlastung bei den Standortkosten und klare, verlässliche politische Entscheidungen.“
Für die Konjunkturumfrage im vierten Quartal 2025 haben die IHKs Flensburg, Kiel und Lübeck rund 3.400 Unternehmen in ihren Bezirken angesprochen. 922 haben sich an der Umfrage beteiligt und ihre Einschätzungen geteilt. Das entspricht einer Rücklaufquote von 27 Prozent.
Weitere Informationen und Grafiken sowie immer die aktuellen IHK-Konjunkturberichte finden Sie unter: www.ihk.de/sh/konjunkturbericht.
