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Die Glücksfischer: Heringsangeln für Kinder „explodierte“ in Lübeck

Lübeck. Jedes Jahr Frühjahr gehört der Anblick fast genauso zur Hansestadt wie das Holstentor: An den Kaimauern in der Innenstadt reihen sich die Heringsangler aneinander und versuchen möglichst viele der silbrig glänzenden Fische in ihre Eimer zu bekommen. Das Heringsangeln hat in Lübeck durchaus Tradition, ziehen doch die Fische in großen Schwärmen zum Laichen von der Ostsee in die Trave. Um angelbegeisterte Kinder etwas das „Heringsfeeling“ schnuppern zu lassen hatte gemeinnützige Lübecker Verein „Die Glücksfischer e.V.“  zum Heringsangeln für Kinder eingeladen.

„Das Interesse an der Veranstaltung war schon im Vorfeld überwältigend“, erklärte Glücksfischer Tim Demski, der als Spendenwart im Vorstand des Vereins mitarbeitet. So mussten die Teilnahmeplätze ausgelost werden.

Schließlich trafen bei schönstem Angelwetter dann doch mehr Kinder als angemeldet beim Treffpunkt in Gothmund ein. „Es war etwas merkwürdig“, erinnert sich Spendenwart Tim Demski, „viele Kinder waren mit eigenen Ruten erschienen, trotzdem ging viel Material heraus.Und die Schar der Kinder wurde mehr und mehr.“

Tatsächlich hatten ausgeloste Kinder ihren Freundinnen und Freunden vom Heringsangeln berichtet und diese mitgebracht, so dass die Anzahl der Kinder explosionsartig anstieg. Um die hohe Zahl der Kinder zu betreuen mussten zusätzlich einige der anwesenden Väter mit einspringen und helfen.„Es ist natürlich immer schade, wenn nicht alle Kinder mitmachen können, aber uns ist es wichtig, dass die Kinder bei ihren oft ersten Angelversuchen gut und fachkundig betreut werden“, so Tim Demski.
Zudem müssten auch die tierschutzrechtlichen Voraussetzungen und die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften sichergestellt sein, weshalb die Teilnehmerzahl bei den Veranstaltungen der Glücksfischer begrenzt sei.

Der Angelspot in Gothmund erwies sich schließlich als gute Wahl. Vor Ort zog sich die Strecke angelnder Kinder den Treidelpfad des Schellbruchs entlang bis Dänischburg. Tatsächlich waren die im Laichgeschäft stehenden Silberlinge vor Ort.

Allerdings musste jeder Fisch erarbeitet werden und wer mit etwas Geduld und Konzentration auf die Bisse bei der Sache war, wurde mit einer zitternden Rutenspitze belohnt.

Einige der Jungangler waren auch nicht zu einer Pause zu überreden. „Jede Minute zählt!“, gab ein Junge als Parole aus und überzeugte seine Mutter, ihm das Mittagessen stückweise in den Mund zu stecken. Dies regte andere Kinder offenbar zur Nachahmung an, die ihre darüber durchaus belustigten Mütter baten, ihr Kind zu füttern, damit sie unterbrechungsfrei weiter angeln konnten.

„Jeder Teilnehmende hat gefangen und ein Kind brachte es am Ende sogar auf 25 Heringe“, freut sich Maik Weihrauch, 2. Vorsitzender der Glücksfischer. „Die Kinder wollen unbedingt angeln lernen. Und sie wollen in die Natur.  Am liebsten mit ihren Freunden zusammen“, erklärt Weihrauch.

Dies findet Weihrauch gut, denn die Jugendlichen lernten so nicht nur miteinander, sondern auch voneinander. „Dazu gehört es auch sich zu unterstützen und gemeinsam Probleme zu lösen.“

Nach fast vier Stunden am Wasser hatten die Glücksfischer die Jungangler im malerischen Gothmund verabschiedet und viele Kinder und deren Eltern hatten sich nach dem erfolgreichen Angeltag nach den nächsten Veranstaltungen der Glücksfischer erkundigt.

Tatsächlich hat der Verein für dieses Jahr noch weitere Angelveranstaltungen für Kinder geplant, wie etwa das Ferienpassangeln am 23. Juli oder ein Kutterangeln an der Ostsee. Die anstehenden Termine werden immer wieder aktualisiert und finden sich auf der Webseite der „die Glücksfischer“

unter: www.die-gluecksfischer.de.