Demokratische Republik Kongo: Christen entführt und getötet
Symbolfoto: Open Doors · Dschihadisten weiten ihre Aktivitäten aus – Menschen fliehen in Massen
(Open Doors, Kelkheim) – Die Meldungen über Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) häufen sich: Nach dem Ausbruch des Ebola-Virus in der Provinz Ituri weiten Dschihadisten ihre Aktivitäten nach Norden aus, um einer Infektion zu entgehen. Auch dort setzen sie ihre Angriffe auf Christen fort.Juni: 14 Christen enthauptet
Das Dorf Mungbere in der nordöstlichen Provinz Haut-Uele wurde im Juni gleich zweimal überfallen: Bewaffnete Männer, die mit der extremistischen Gruppe ISCAP („Islamic State – Central Africa Province“) in Verbindung stehen, enthaupteten insgesamt 14 Christen, wie die Hilfsorganisation Barnabas Aid berichtet. Die Kämpfer griffen das Dorf zunächst am 3. Juni an und töteten sechs Christen. Am 24. Juni kehrten sie zurück und töteten acht weitere Christen auf dieselbe Weise.
Es ist das erste Mal, dass ISCAP in dieser Region aktiv ist. Die dschihadistische Gruppe agiert bereits in mehreren zentralafrikanischen Gebieten und strebt danach, die Scharia gewaltsam durchzusetzen. In den letzten Jahren hat sie bereits zahlreiche Christen getötet und Kirchen zerstört.
Juni: Etliche Christen entführt
Lokalen Quellen zufolge entführten die ADF („Allied Democratic Forces“), eine weitere dschihadistische Miliz, zwischen dem 28. und 29. Juni christliche Bauern in der Nähe der Stadt Mambasa (Provinz Ituri) direkt bei der Arbeit auf ihren Feldern. Fast zeitgleich verschleppten die ADF außerdem zehn christliche Jungen aus demselben Gebiet.
Die Taten lösten eine Massenflucht in den umliegenden Dörfern aus. Viele Bewohner ließen ihre Häuser und ihren Besitz zurück, um sich vor weiteren Angriffen zu schützen. Sie flohen in nahegelegene Städte wie Mambasa und Makoko. Dieser Zustrom belastet die Städte, da sie kaum Mittel haben, die Geflüchteten hinreichend zu versorgen.
Juli: Über 20 Christen getötet
Die Nachrichtenplattform Africanews berichtet, dass die ADF ihre Angriffe im Nordosten des Landes fortsetzten. Zwischen dem 12. und 16. Juli töteten sie insgesamt 24 Christen bei drei verschiedenen Überfällen im Dorf Mangina in der Provinz Nord-Kivu. Lokale Kontaktpersonen von Open Doors bestätigten insgesamt 20 Todesopfer, unter ihnen ein Gemeindeältester und ein Lobpreissänger. Laut den Kontakten von Open Doors wurden sechs weitere Menschen verletzt, eine Person wird vermisst und zwei Häuser wurden in Brand gesteckt.
Pastor Nkulu* aus Mangina ruft zum Gebet auf: „Die Angst nimmt zu. Brüder und Schwestern, bitte betet für die Sicherheit des Dorfes Mangina. Betet, dass die Christen im Glauben gestärkt werden.“
Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht die Demokratische Republik Kongo an 29. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
*Name geändert
Quellen: Barnabas Aid, Africanews, Open Doors
