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Bildung in Not: Schüler müssen kostenlos mit Bus und Bahn fahren können

Die Veranstaltung am 22. August 2026 in Norderstedt brachte Bürgerinnen und Bürger mit Bildungsakteurinnen und -akteuren ins Gespräch. Kiel/Norderstedt. Die Arbeitsgemeinschaft für Bildung der SPD Schleswig-Holstein und die SPD Norderstedt veranstalteten am Samstag, 22. August 2026, im Dialog-Format „Bildung in Not: Perspektiven für Schleswig-Holstein“ in der Norderstedter Willy-Brandt-Schule, Lütjenmoor 7. Ausgangspunkte waren die aktuelle Lage der Landesbildungspolitik und Perspektiven hin zu einer sozial gerechten und chancengleichen Bildung für alle Lernenden, Lehrenden und Erziehenden.

Ties Rabe, Hamburger Schulsenator a. D., Katrin Fedrowitz, SPD-Direktkandidatin zur Landtagswahl im Wahlkreis 27, Martin Habersaat, Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtags (MdL) und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, und Sam Nikmoradi, stv. Landesschülersprecher der Gemeinschaftsschulen, diskutierten mit dem Publikum, es moderierte Fabian Reichardt, Vorsitzender der SPD-Landesarbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB).

Hamburgs früherer Schulsenator Ties Rabe sagt angesichts der großen Lernrückstände: „Wir brauchen jetzt zügig praxisnahe und machbare Schulreformen. Die letzte PISA-Studie hat gezeigt, dass Jugendliche in Klasse 9 beim Lesen und Rechnen nicht einmal mehr das Niveau der früheren Klasse 8 erreichen. Seit Jahren wird über immer neue Ideen bis zum Komplettumbau des gesamten Schulsystems diskutiert, ohne dass etwas passiert. Wir dürfen unsere Kinder mit ihren Problemen nicht länger allein lassen, sondern müssen endlich mal anfangen.“

Martin Habersaat sagt mit Blick auf die überdurchschnittlich schlechte Schulabschlussquote in Schleswig-Holstein: Wichtig ist eine Bildungspolitik, die auf nachhaltige Erfolge statt auf kurzfristige Schlagzeilen setzt. Dabei dürfen Wohlbefinden und Leistung nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Unser Anspruch muss sein, beides gleichermaßen in den Blick zu nehmen und zu stärken. Denn Schülerinnen und Schüler lernen besser, wenn es ihnen gut geht – und schulischer Erfolg trägt wiederum zu Selbstvertrauen und Wohlbefinden bei. Nicht hinnehmen dürfen wir, dass Schleswig-Holstein beim Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Schule ohne Abschluss verlassen, weiterhin über dem Bundesdurchschnitt liegt. Hier müssen wir besser werden – und zwar dauerhaft.

Katrin Fedrowitz sagt zum Anliegen eines besseren Schulbaus: „Für mich zeigt der Austausch auf der Veranstaltung: Schleswig-Holsteins Bildungspolitik kann viel von unserem erfolgreichen Nachbarn Hamburg lernen. Gerade in Zeiten knapper Haushalte sollten wir neue Wege gehen und gleichzeitig bewährte Lösungen übernehmen.

Ich fordere eine Landesschulbaugesellschaft. Sie kann die Schulträger dabei unterstützen, Schulen schneller, kostengünstiger und in modularer Bauweise entsprechend den Bedürfnissen vor Ort zu errichten. Das spart Zeit und Geld. Und es beschleunigt die Schaffung und Sanierung der dringend benötigten Schulräume.“

Fabian Reichardt macht deutlich: „Die Diskussion der Veranstaltung hat gezeigt, dass unser Ziel, dass alle Schülerinnen und Schüler ihre Chance auf einen erfolgreichen Bildungsweg erhalten, auf Zustimmung trifft. Wir fordern ein kostenloses ÖPNV-Ticket. Mir liegt am Herzen, dass alle Schülerinnen und Schüler, unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten, ihren Bildungsweg gehen können.

Dazu gehört, dass eine weiterführende Schule in der Nähe liegt oder mit einem bezahlbaren und verlässlichen ÖPNV erreichbar ist, die alle Abschlüsse anbietet. Und Lehrkräfte brauchen mehr Zeit für ihre Kernaufgaben, um ihre Schülerinnen und Schüler bestmöglich unterstützen zu können. Für Daueraufgaben, wie zum Beispiel IT-Aufgaben und Verwaltungsaufgaben, braucht es deshalb Fachkräfte.“