Die Glücksfischer: Sommer-Aalbesatz für Trave und Wakenitz
Zur Unterstützung des gefährdeten Aalbestandes haben Angler und Berufsfischer am 26. August 2026 zusammen 360 kg Farmaal in den Lübecker Traveteil und in die Wakenitz eingesetzt. Die Aale wurden mit einem Spezialfahrzeug geliefert. Über eine spezielle Aalrutsche wird der Aal aus den Behältnern gezogen.240 kg Aale wurden am Geniner Ufer von den Anglern und parallel von dem Gothmunder Fischwirtschaftsmeister Bernd Kühn vom Fischerboot die Trave abwärts verbracht. 120 kg Aale sind in die Wakenitz im Bereich Wallbrechtbrücke und Schäferstraße eingesetzt worden.
Das hilft dem Fisch; denn sein Fortpflanzungsweg ist weit: Zum Laichen wandert der geschlechtsreife Aal in die Sargassosee (Westatlantik) und legt seine Eier. Aus den Eiern schlüpfen die Larven und wandern in Gestalt eines Weidenblattes etwa drei Jahre lang mit dem Golfstrom nach Europa. Vor dem Erreichen der Küstengebiete des Atlantiks wandeln sich die so genannten Weidenblattlarven zu Glasaalen, die 5-7 cm lang sind und etwa 1-1,5 Gramm Gewicht haben.
Farmaale sind Glasaale, die in Aalfarmen über mehrere Wochen oder Monate vorgestreckt wurden, bevor sie als Besatzfische in natürliche Gewässer eingesetzt werden. Sie sind zwischen drei und 15 Gramm schwer und sind etwa 15 bis 20 cm lang.
Geholfen wird dem Aal dadurch, dass er vom Atlantik zu den Flüssen gebracht wird, in denen er sein Leben verbringt. Denn die Reise vom Meer bis zu seinem Abstammungsrevier ist höchst gefährlich. Nur wenige Aale kommen an. Ohne Besatzhilfe kann der Aal nicht überleben. Nach etwa 12-15 Jahren wandert der Aal von den Flüssen zurück ins Meer und dort weiter bis in sein westatlantisches Laichgebiet.
Angler und Fischer haben jeweils die Hälfte des Besatzes bezahlt, und zwar mit Hilfe von EU-Fördermitteln. Der Europäische Aal steht schon seit 2008 auf der internationalen Roten Liste und wird als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.

