„Hamburg wird Bischofssitz behalten“ – Synodenpräsident Hans-Peter Strenge sieht keine Gefahr für einen Verlust

Foto: TBF/Holger Kröger
Im Foto: Bischöfin Dr. Wartenburg-Potter und Bischof Knuth
In der Öffentlichkeit geäußerte Befürchtungen, Hamburg könne im Zuge der Reformen innerhalb der Nordelbischen Kirche seinen Bischofssitz verlieren, hat der Präsident der Synode Nordelbiens, Hans-Peter Strenge, zerstreut.
„Daran glaube ich nicht“, sagte er heute in Hamburg, „denn selbst für den Fall, dass es nur noch einen leitenden Bischof bzw. eine leitende Bischöfin geben sollte, wird in der Hanselstadt immer eine weitere bischöfliche Person verantwortlich sein müssen“…Dies sei allein schon als Gegenüber zum Katholischen Erzbischof und zum Senat geboten. „Welche Kompetenzen damit im einzelnen verbunden sind, ist aber noch völlig offen“, sagte der Präsident.
Strenge selbst favorisiert unter den drei zur Abstimmung stehenden Modellen eine Konstruktion mit drei Bischofssitzen, die die Leitung verbindlich an einen Bischof bzw. eine Bischöfin koppelt. Dienstsitz dieses leitenden Bischofs bzw. der Bischöfin wäre Kiel. Die Landeshauptstadt ist auch Sitz des Nordelbischen Kirchenamtes und der Kirchenleitung. Käme dieser Vorschlag durch, blieben Hamburg und Schleswig Bischofssitze, während Lübeck diesen an Kiel verlöre.
Im Vorfeld der vom 7. bis zum 9. April 2005 tagenden Nordelbischen Synode, die darüber entscheidet, hatte sich die Ratsversammlung der Stadt Schleswig einstimmig für den Erhalt des Bischofssitzes in der Schleistadt ausgesprochen. Der Oberbürgermeister Lübecks, Bernd Saxe, hatte sich für den Verbleib in der Hansestadt stark gemacht.
In einem weiteren Alternativmodell sollen neben einem leitenden Bischof zwei Landespröpste – sie könnten auch, wie in Bayern, „Regionalbischöfe“ heißen – die Aufgaben in Hamburg und Schleswig-Holstein übernehmen. Das dritte Modell verzichtet auf Landespröpste und Sprengel und sieht lediglich einen Bischof bzw. eine Bischöfin vor.
Das Bischofskollegium Nordelbiens mit seinem Vorsitzenden Dr. Hans Christian Knuth (Sprengel Schleswig), Bärbel Wartenberg-Potter (Sprengel Holstein-Lübeck) und Maria Jepsen (Sprengel Hamburg) will die gewachsenen Bischofssitze behalten.
