Lübeck Lupe

Rektor der FH Lübeck gegen Studiengebühren

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Der Rektor der Fachhochschule Lübeck, Prof. Dr. Ing. Stefan Bartels, spricht sich eindeutig gegen eine Einführung von Studiengebühren aus. Wie auch die Kultusministerin des Landes Schleswig-Holstein, Ute Erdiek-Rave, in einer gestern veröffentlichten Reaktion auf das Karlsruher Urteil verlauten ließ, plädiert der Rektor der FH Lübeck für eine akademische Ausbildung, unabhängig vom Einkommen der Eltern…Er begründet seine Ablehnung von Studiengebühren damit, dass Bildung die einzige und nennenswerte Ressource ist, die Deutschland besitzt. Schon jetzt ist die Anzahl der Studierenden in Deutschland zu gering, gemessen an dem Bedarf, den der Standort Deutschland an hoch qualifizierten Menschen benötigt. Und dieser Umstand wird sich durch die Einführung von Studiengebühren noch weiter verschlechtern.

„Sicherlich verschaffen Studiengebühren den Hochschulen kurzfristig zusätzliche Mittel, die sie zur Verbesserung der Qualität in der Lehre und der Studierendenbetreuung einsetzen können. Es ist auch unbestreitbar, dass für viele Studierenden eine Studiengebühr von 500,00 ¤ pro Semester tragbar ist, aber eben nicht für alle. Und diese dürfen wir nicht vergessen. Unsere Gesellschaft braucht das unschätzbare Potenzial aller jungen Menschen, auch wenn sie wenig Geld haben oder aus sozial schwächeren Familien kommen. Aber gerade diese werden durch Studiengebühren womöglich abgeschreckt“, so der Rektor der FH Lübeck.

Eine Abmilderung des Problems Studiengebühren sieht Bartels bei einer gleichzeitigen Einführung von Stipendien- oder Darlehenssysteme in Deutschland. Dies ist aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt nicht der Fall. Solche Systeme müssen wachsen, wie das über lange lange Jahre beispielsweise in den Vereinigten Staaten von Amerika erfolgt ist. Sie können nicht ad hoc aus den Boden gestampft werden.

„Bei einer sofortigen Einführung von Studiengebühren stünde eine kurzfristige Verbesserung der Finanzsituation der Hochschulen einer schlechteren Verwertung der Ressource Bildung gegenüber“, so Bartels. „Dies wäre ein schlechter Tausch. Da die Ressource Bildung für Deutschland so ungemein wichtig ist, muss sie auch weiterhin eine hoheitlich finanzierte Aufgabe bleiben“.