Früher Hochwasserbehälter, jetzt „Funkschornstein“
Text und Fotos: TBF/Junghans
Früher war der Schornstein der Firma Kesselhaus Lübeck AG in der Hafenstraße, er wurde 1923 gebaut, dazu da, das Rauchgas, das durch das Beheizen der Dampfmaschinen des Unternehmens mit Kohle entstand, aufzunehmen und in die Luft abgegeben. Dies ist seit einigen Jahren vorbei. Nun bekam der Schornstein eine neue, umweltfreundlichere Aufgabe. Er dient jetzt als Funkstation für die Mobilfunksparte von Vodafon und D1…Der früher 72 Meter hohe und inzwischen auf 42 Meter gestutzte Schornstein hatte damals einen riesigen Hochwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 120.000 Liter Wasser an der Schornsteinspitze übergestülpt bekommen. Dieser Behälter diente dazu, überschüssiges Wasser mit hohem Druck den Dampfmaschinen zuzuführen. Vor drei Jahren wurde nun dieser Tank stillgelegt. Ein restaurieren war nicht möglich, er war zu marode.
Christian Rosehr (38), Chef des Unternehmens, das 15 Mitarbeiter beschäftigt: „In dem 3 Meter breiten Schornstein ist mittlerweile ein Fahrstuhl eingebaut worden. Mit dem Denkmalsamt sprachen wir ab, daß die Form des Hochwasserbehälters erhalten bleiben sollte, doch die „Hülle“ mit zeitgemäßen Materialien neu erstellt wird. Im Inneren des immer noch wie ein Hochwassertank aussehenden Behälters ist jetzt allerdings kein Wasser mehr drin, sondern hochmoderne Funktechnik.“
Die Kosten des Umbaus betrugen 70.000 Euro, die Vodafon und D1 übernahmen.
In der vergangenen Woche wurde nun die 8,5 Tonnen schwere Nachbildung von drei Spezialunternehmen, Firma H. Junghans, Longuet und Sönke Jordt in Lübeck mit drei Kränen wieder auf die Schornsteinspitze gehievt.
Henning Junghans (27): „Es war eine interessante Aufgabe, die wir gemeinsam lösen konnten. Durch die Erhaltung der Form des Hochwasserbehälters ist für die Historie Lübecks etwas erhalten geblieben.“

