Politik & Wirtschaft

2. GeoForum Mecklenburg-Vorpommern – Ebnet: Geoinformation = Wirtschaftsfaktor

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Geographische Informationssysteme (GIS) sind in der modernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft selbstverständlich geworden: „Daten mit Raumbezug – Geoinformationen – werden von der Planung im Straßenbau über Navigation, Tourenplanung im Tourismus, in der Immobilienwirtschaft und der Land- und Forstwirtschaft bis zur Umweltbeobachtung genutzt“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet beim „2. GeoForum Mecklenburg-Vorpommern“ am Mittwoch in Warnemünde.Unter dem Motto „Geoinformation = Wirtschaftsfaktor“ informierten und diskutierten rund 200 Gäste aus dem In- und Ausland über aktuelle Themen und Neuentwicklungen der Geoinformationswirtschaft. Der Verein Geoinformationswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern hatte 40 Referenten aus dem gesamten Bundesgebiet zur Konferenz eingeladen. Schirmherr des landesweiten Branchenforums war Wirtschaftsminister Ebnet.

Über 70 Prozent der Geoinformationen, die in staatlichen Einrichtungen vorliegen, sind Daten über Straßen und Trassen, Schutzgebiete, Raumordnung, demographische Gegebenheiten, Liegenschaften, Landwirtschaft, Ver- und Entsorgung, Standortinformationen oder Statistiken. „Der Markt für die Geoinformationswirtschaft ist noch jung, hat aber enorme Wachstumsmöglichkeiten. Die Geo-Branche in Mecklenburg-Vorpommern verfügt über erhebliche Kompetenz und Kapazitäten“, sagte Ebnet. „Der Bedarf an Geoinformation für alle Planungen und Entscheidungen in Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik wächst.“

Eine Marktanalyse im Auftrag des Wirtschaftsministeriums verzeichnet im Land bereits über 650 Einrichtungen mit gut 2.000 hoch qualifizierten Mitarbeitern, die sich mit Geoinformationen beschäftigen. Neben 200 öffentlichen Einrichtungen – vom Bund über Land bis zu den Kommunen – sind in Mecklenburg-Vorpommern noch mal so viele Unternehmen in der Geoinformationsbranche tätig. Dazu kommen mehr als 100 Vermessungsbüros, über 50 planungsorientierte Büros sowie etwa 50 Ver- und Entsorgungsbetriebe. In der Land- und Forstwirtschaft, Bauwirtschaft, Logistik, Hafenwirtschaft und Tourismusbranche sind ebenfalls rund 50 Firmen, die den Bereich Geoinformationen nutzen und entsprechende Dienstleistungen anbieten. Rund zehn Forschungs- und Hochschuleinrichtungen qualifizieren Geodäten, Geoinformatiker und Geographen.

Geodaten bieten auch Nutzungsmöglichkeiten für das erste europäische Satellitennavigationssystem GALILEO. „GALILEO wird in Rostock erprobt: Der Hafen wird zum Forschungshafen für satellitengestützte Navigation und Kommunikation ausgebaut, um eine möglichst reale Testumgebung zu bekommen“, sagte Ebnet. „Von der Nutzung von GALILEO werden Unternehmen im Land profitieren und Arbeitsplätze schaffen.“ GALILEO soll Standard für die satellitengestützte Navigation werden. „Mecklenburg-Vorpommern ist innovativer und moderner Technologiestandort und wird Vorreiter in der maritimen Satellitennavigation der europäischen Küstenländer sein“, sagte Ebnet. „Damit wird Rostock künftig das Referenzprojekt für sämtliche Anrainer des Ostseeraums und darüber hinaus darstellen. Geoinformationen und ihre Nutzung sind also durchaus ein wachsender Wirtschaftsfaktor im Land.“

Zu diesem Schluss kommt auch die Studie zu den Potenzialen der Geoinformationswirtschaft in MV, die beim GeoForum in Warnemünde erstmals vorgestellt wurde. Die Marktanalyse wertete Daten von September 2005 bis März 2006 der Geo-Branche in Mecklenburg-Vorpommern aus. „Dadurch sollen im Bereich der Geoinformationswirtschaft Angebot, Zugänglichkeit, Qualität und Verwendbarkeit von Geoinformationen und Geodiensten verbessert werden“, sagte Ebnet. „Dass raumbezogene Daten präziser und schneller informieren, Geschäftsprozesse verbessern und Entscheidungen erleichtern, ist unbestritten. Daraus kann vor allem die Wirtschaft Nutzen ziehen.“